Nach Beschwerden über Drogenhandel am Marienkirchplatz werden Ermittlungen intensiviert.

Laut Anwohnern würden täglich um den Marienkirchplatz Drogen verkauft und konsumiert.
Laut Anwohnern würden täglich um den Marienkirchplatz Drogen verkauft und konsumiert.

Laut Anwohnern würden täglich um den Marienkirchplatz Drogen verkauft und konsumiert.

Tinter

Laut Anwohnern würden täglich um den Marienkirchplatz Drogen verkauft und konsumiert.

Neuss Die Polizei hat ihre Kontrollen rund um das Marienviertel verstärkt. „Wir gehen konkreten Hinweisen nach“, erklärte Polizeisprecherin Daniela Dässel auf Nachfrage unserer Redaktion. Aus ermittlungstaktischen Gründen könne sie nichts über Zeitraum und Umfang der Maßnahmen verraten. Erst am vergangenen Dienstag wurden noch im Umfeld des Marienviertels zwei junge Männer mit Marihuana erwischt (17 und 20 Jahre alt). In einem Fall mussten die Beamten den Verdächtigen zu Fuß verfolgen, um ihn schließlich zu stellen. Die Ermittlungsverfahren wurden aufgenommen.

Zahlreiche Anwohner und Geschäftsinhaber hatten sich in einem offenen Brief an Bürgermeister Reiner Breuer gewandt und darin „unhaltbare Zustände“ rund um die Marienkirche beschrieben. Inzwischen habe sich eine offene Drogenszene etabliert. Es werde auch nicht davor zurückgeschreckt, Betäubungsmittel an Minderjährige zu verkaufen. Schwerpunkte seien neben dem Marienkirchplatz der Theodor-Heuss-Platz, Bleichstraße und -gasse, Elisenstraße, Hafenstraße sowie die Krefelder Straße.

Andreas Alberts und seine Mutter Karin, die die Anwohnerinitiative mitangestoßen haben, zeigen sich zufrieden über die schnelle Reaktion von Polizei und Verwaltung. „Es fahren häufiger Streifenwagen durch das Viertel“, sagt Andreas Alberts. Auch das Ordnungsamt zeige mehr Präsenz – dennoch seien Personen, die im Verdacht stehen, mit Drogen zu handeln, weiterhin täglich zu beobachten. Meistens ab 15.30 Uhr, dann erneut von 18 bis 19.30 Uhr.

„Mit mehr Personal könnte man mehr machen.“

Hans-Jürgen Petrauschke, Landrat

Die erste Erklärung der Polizei, für das Marienkirchviertel lägen keine konkreten Hinweise auf den beschriebenen Drogenhandel vor, hatte für Unmut bei den Anwohnern gesorgt.

Schließlich bezeichnete auch Reiner Breuer, der selbst im betroffenen Bereich wohnt, die Lage als „sehr ernst“. Der Verwaltungschef, der zeitnah einen „Runden Tisch“ mit allen Beteiligten einberufen möchte, machte jedoch gleichzeitig auf die Personalnot bei der Polizei aufmerksam.

Dies bekräftigte auch Hans-Jürgen Petrauschke: „Mit mehr Personal könnte man mehr machen.“ Auch der Landrat hat sich mittlerweile mit einem Schreiben an die Anwohnerinitiative gewandt.

Er habe als Leiter der Kreispolizeibehörde dem Neusser Bürgermeister bereits Vorschläge zur Verbesserung der örtlichen Situation gemacht. Eine Auswertung des polizeilichen Datenbestandes habe ergeben, dass es in diesem Jahr im Bereich des Marienkirchplatzes zu einem Anstieg der Strafanzeigen für Delikte mit Betäubungsmitteln gekommen ist. Die Anzahl der Fälle in den umliegenden Straßen sei hingegen unverändert gering geblieben. Die Zahlen für den Theodor-Heuss-Platz seien sogar um mehr als die Hälfte gesunken.

Die Anwohner sind zwar zufrieden mit den verstärkten Kontrollen, „für uns zählt aber das Endergebnis – also dass die Szene aufgelöst wird“, sagt Karin Alberts.

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