Der Sattelzug kippte auf der Autobahn um. Ein kilometerlanger Stau war gestern Morgen die Folge. Die Bergung dauerte bis zum Nachmittag.

Der Sattelzug kippte auf der Autobahn um. Ein kilometerlanger Stau war gestern Morgen die Folge. Die Bergung dauerte bis zum Nachmittag.
Der Lkw war auf die Seite gekippt und musste mit einem Spezialkran aufgerichtet werden.

Der Lkw war auf die Seite gekippt und musste mit einem Spezialkran aufgerichtet werden.

Die Ladung musste per Hand in einen anderen Lkw gebracht werden.

Woitschützke, Bild 1 von 2

Der Lkw war auf die Seite gekippt und musste mit einem Spezialkran aufgerichtet werden.

Neuss. Ein umgestürzter Lastwagen hat gestern über Stunden zwei Fahrspuren der Autobahn 57 in Fahrtrichtung Köln blockiert. Er war gegen 7.15 Uhr im Autobahndreieck Neuss-West beim Wechsel von der A 46 (aus Fahrtrichtung Heinsberg) auf die A 57 aus noch nicht geklärter Ursache umgekippt und zwischen dem Dreieck und der Anschlussstelle Reuschenberg liegengeblieben. Erst gegen 15 Uhr hatten Spezialfahrzeuge den Sattelzug, der mit Kaffee beladen war, geborgen, so dass die Autobahnpolizei die Fahrbahn freigeben konnte.

Der 28-jährige Fahrer des in Polen zugelassenen Fahrzeugs wurde von Sanitätern der Johanniter-Unfallhilfe vorsichtshalber in ein Krankenhaus gebracht. Den Schaden an Fahrzeug und Ladung beziffert die Polizei mit rund 100 000 Euro.

Die Bergungsfahrzeuge kamen nur schlecht zur Unfallstelle

Der Unfall kurz vor Einsetzen des Berufsverkehrs führte zu erheblichen Verkehrsstörungen. Die Auswirkungen auf den innerörtlichen Verkehr waren zwar minimal, wie Polizeisprecherin Diane Drawe erklärte, doch auf der A 57 staute sich der Verkehr bis zum Kreuz Kaarst zurück. Autofahrer, so warnte der Verkehrsfunk am Morgen, müssten bis zu einer Stunde mehr Zeit einplanen.

Mit dem Stau hatten auch die Fahrer der Bergungsfahrzeuge zu kämpfen, die sich über das Autobahnkreuz West an die Unfallstelle heranarbeiten wollten. Das dauerte über eine halbe Stunde. „Das Bilden einer Rettungsgasse klappt am Niederrhein sehr schlecht“, monierte Lutz Bröker. Sein Unternehmen rückt aus, wenn irgendwo am linken Niederrhein ein Unfallfahrzeug abzuschleppen ist. „Die Leute verstehen einfach nicht, dass es schneller geht, wenn man uns durchlässt“, sagte er.

Inzwischen muss der Abschleppunternehmer beinahe wöchentlich seine Fahrzeuge zur Bergung von Lkw losschicken. Die „Auftragslage“ hat sich inzwischen so entwickelt, dass Bröker auch auf dem Gelände seiner Niederlassung an der Hammer Landstraße einen Lkw-Abschlepper etabliert. Es wäre der siebte dieser „Brummis“ in seinem Unternehmen, das in Neuss dann auch eine Werkstatt etablieren will. Beides soll nächste Woche einsatzbereit sein.

Gestern setzte das Unternehmen zwei Abschleppwagen und einen Spezialkran ein. Ein zweites Unternehmen, das für die A 57 ab dem Dreieck Neuss-West in Richtung Süden verantwortlich ist, führte einen dritten Abschleppwagen an die Unfallstelle heran. Die Bergung erfolgte dann gemeinsam.

Bevor der Kran die Zugmaschine anheben konnte, musste der Auflieger jedoch leergeräumt werden. Das ging nur von Hand, sagte Bröker. Die Ladung, deren Gesamtgewicht die Polizei mit 23 Tonnen Kaffee angab, wurde auf einen weiteren Lastwagen umgeladen, den sich Bröker bei einem Unternehmen in Korschenbroich für solche Fälle ausleihen kann. „Wir haben sogar Schlüsselgewalt für deren Gelände“, sagt er. Der Unfall-Lkw wurde vorerst von der Bergungsfirma sichergestellt.

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