Der neue Eigner des bekannten Hotels hat neue Pläne für den Standort.

Die Tür zum Schankraum der Gaststätte Lindenhof ist zugemauert. Das 110 Jahre alte Haus wird zu Wohnzwecken umgebaut.
Die Tür zum Schankraum der Gaststätte Lindenhof ist zugemauert. Das 110 Jahre alte Haus wird zu Wohnzwecken umgebaut.

Die Tür zum Schankraum der Gaststätte Lindenhof ist zugemauert. Das 110 Jahre alte Haus wird zu Wohnzwecken umgebaut.

C. Kleinau

Die Tür zum Schankraum der Gaststätte Lindenhof ist zugemauert. Das 110 Jahre alte Haus wird zu Wohnzwecken umgebaut.

Neuss. Der Eingang ist zugemauert: Deutlicher kann man es nicht machen, dass die Zeiten gepflegter Gastlichkeit an der Jülicher Landstraße zu Ende sind – und auch nicht wiederkommen werden. Das Hotel Lindenhof, über Jahrzehnte eine gastronomische Institution im Dreikönigenviertel, wird derzeit umgebaut. Hinter der Fassade entstehen stattdessen sechs Wohnungen. „Nach und nach“, wie der neue Besitzer erklärt, der auch sein eigener Baumeister und Handwerker ist.

„Wenn die Wirtschaft nicht läuft, hat man nur Ärger.“

Neuer Eigner

Als der Lindenhof im Jahr 1906 erbaut wurde, stand das Gebäude an der heutigen Ecke von Jülicher und Schorlemer Straße noch alleine auf weiter Flur. Die Stadt, die erst wenige Jahrzehnte zuvor den Ring der mittelalterlichen Stadtmauer gesprengt hatte, hatte sich noch nicht bis dorthin ausgedehnt. Doch das änderte sich rasch, wie der Baubeginn der Kirche Heilige Dreikönige zeigte, die samt Pastorat im Jahr 1911 eingeweiht werden konnte.

Hotel und Gaststätte Lindenhof wurden jahrzehntelang von der Familie Sturm in Eigentum bewirtschaftet. Die letzte Inhaberin gab im vergangenen Jahr den Betrieb aus Altersgründen auf. Einen Käufer für das Objekt hatte sie da schon in der Nachbarschaft gefunden. „Ich war Gast in dem Haus wie auch schon mein Vater“, sagt der neue Besitzer, der sich auch an Weihnachtsfeiern im Saal des Lindenhofes erinnern kann. „Den Kauf haben wir bei einem Bierchen besprochen“, fügt er hinzu, die Verhandlungen selbst aber zogen sich über Jahre hin. Eigentumsübergang war vor einem halben Jahr, Baustelle ist das Eckhaus seit knapp vier Monaten. Eine Wirtschaft wollte der neue Besitzer nicht unter seinem Dach. „Wenn die nicht läuft, hat man nur Ärger.“

Weil das Hotel immer gut in Schuss gehalten wurde und mit Ende des Betriebes auch „mieterfrei“ war, sei der Umbau des Objektes ebenso problemlos wie kostengünstig umsetzen, sagt der Besitzer. Eine Wohnung sei bezugsfertig, wenn die zweite soweit ist, will er beide an den Markt bringen. Damit erst einmal wieder etwas Geld in die Kasse kommt. Danach geht der Umbau weiter, den der Handwerker in weiten Teilen selbst macht. Nur die großen Arbeiten wie etwa die Dacheindeckung lässt er von anderen erledigen. Die Außenfassade bleibe ohnehin in der diese Kreuzung prägenden Art und Weise erhalten.

Die über einen Saal verfügende Gaststätte nutzten nicht nur der Kirchenchor der Dreikönigenpfarre oder das Mandolinen- und Harmonikaorchester für ihre Proben, auch etliche Schützenzüge hatten dort ihre Heimat.

Hans Brüggen vom Grenadierzug „Blaue Blömkes“ spricht von einer „typischen Eckkneipe“ – und darin schwingt Anerkennung mit. „Ein sehr solides und stets gut geführtes Restaurant“ sei sein Zuglokal gewesen. „Da verkehrten alle Bevölkerungsschichten.“ Sein Zug traf sich im Lindenhof oder der benachbarten und inzwischen ebenfalls geschlossenen Gaststätte Hopfenstube“, bevor „im Dreikönigenviertel das große Kneipensterben begann“. Inzwischen sind die „Blömkes“ ein Innenstadt-Zug. Das jüngste Treffen am Samstag hatten sie im Vogthaus.

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