Birgit Brebeck-Paul wurde von der Galerie Judith Dielämmer ausgezeichnet.

Birgit Brebeck-Paul wurde von der Galerie Judith Dielämmer ausgezeichnet.
Birgit Brebeck-Paul (r.) und Manfred Greulich-Blass.

Birgit Brebeck-Paul (r.) und Manfred Greulich-Blass.

Berns

Birgit Brebeck-Paul (r.) und Manfred Greulich-Blass.

Grevenbroich. Wer Kunstpreisträger wird bei der Produzentengalerie Judith Dielämmer, der wird mit einer Einzelausstellung belohnt. Birgit Brebeck-Paul als neue Preisträgerin zeigt noch bis zum 29. Januar eine Auswahl ihrer Arbeiten. Die 69-Jährige geizt bei ihren Objekten weder mit Farben noch mit originellen Ideen. Sie liebt es, wenn ihre Kunst in Bewegung ist: So kommt es, dass der Besucher mehr ist als nur ein Betrachter: Er kann Knöpfe drücken und den Objekten so Leben einhauchen.

„Das Credo lautet: ,Das Spielerische ist zweckfrei’.“

Birgit Brebeck-Paul, Künstlerin

Brebeck-Paul gelingt es, ihre Objekte mit sehr viel Humor und Spieltrieb aufzuladen. Die Künstlerin aus Erkrath, die in Düsseldorf ihr Atelier hat, studierte Kunst in Wuppertal, Kunsttherapie in Köln und ein Jahr Bildhauerei an der Düsseldorfer Kunstakademie. Durch ihre Mitgliedschaft in der Künstlerinnen-Gruppe Gedok A 46 e.V. geriet sie in Kontakt zu Grevenbroicher Künstlerinnen wie Janne Gronen und Elisabeth Busch-Holitischke von Dielämmer.

Eine Installation, die jetzt im Rahmen der Ausstellung zu sehen ist, macht nachdenklich: Die Künstlerin hat fünf alte Nähmaschinen in Pink umlackiert. Aber dieser Barbie-Look kann nicht verhindern, dass Assoziationen geweckt werden zu Fabrikhallen in Drittweltländern. Spaßiger ist da schon das Fliegenklatschenkarussell, das Brebeck-Paul „Kunstschleuse“ nennt. Tristesse und Starrheit sind der 69-Jährigen ein Greuel – das sieht man ihren Exponaten an – auch dem dreiteiligen bogenförmigen Fenster, in dem LEDs für bunte Lichtlinien sorgen. Andere Objekte scheinen gezähmt, sie passen brav in einen Rahmen und können an die Wand gehängt werden. Bewegung bringt die Künstlerin aber auch hier rein, zumindest symbolisch: Einige der lackierten Holzstäbe tanzen aus der Reihe, stellen sich quer, machen also das, was Kunst auch können soll. Besucher sollen sich auch für ein anderes Objekt im wahrsten Sinne des Wortes erwärmen können: Es gibt drei dunkle Kästen aus Sperrholz mit flauschigen Handschuhen drin, denen sie ihre Hände anvertrauen können. Im hinteren Raum geht es rund: Da hat die Künstlerin den Kuckuck aus der Kuckucksuhr befreit und auf eine Umlaufbahn geschickt. „Das Spielerische ist zweckfrei“, lautet ihr Credo.

Die Ausstellung ist bis 29. Januar freitags von 18 bis 20 Uhr und sonntags von 14 bis 16 Uhr geöffnet.

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