Bauarbeiter steht wegen versuchten Totschlags vor Gericht.

Neuss. Bereits seit 30 Jahren kennen sich ein Bauarbeiter (46) und ein 44-Jähriger, die beide im Neusser Obdachlosen-Milieu verkehren. Am 31. Juli vergangenen Jahres kam es gegen 18 Uhr an der Außentreppe am Zolltor plötzlich zu einem folgenschweren Streit. Der 46-Jährige ging mit einer zerschlagenen Bierflasche auf seinen Kumpel los und verletzte ihn schwer. Wegen versuchten Totschlags muss sich der Bauarbeiter darum seit Dienstag vor dem Düsseldorfer Landgericht verantworten.

Wie Zeugen aussagten, habe zunächst nichts darauf hingedeutet, dass es zu Aggressionen kommen würde. Dann hätten sich die beiden Kontrahenten zunächst gestritten, die Stimmung schlug plötzlich um. Zunächst kam es zu einer Rangelei, die beiden Männer stürzten gemeinsam zu Boden.

Dann soll der 46-Jährige zu einer Parkbank gelaufen sein und an einer Parkbank eine Bierflasche zerschlagen haben. Mit dem scharfen Flaschenhals setzte er seine Attacke fort. Dem ersten Hieb konnte der 44-Jährige noch ausweichen, doch mit dem zweiten Schlag wurde er am Hals getroffen. Es entstand eine 15 Zentimeter lange und drei Zentimeter tiefe Wunde. Der Stich verfehlte lebensnotwendige Gefäße nur knapp. Sonst wäre das Opfer vermutlich verblutet.

Der 46-Jährige entfernte sich danach vom Tatort und ging nach Hause, wo er weiter feierte. Am nächsten Morgen fuhr er nach Duisburg, um Freunde zu besuchen. Dort erfuhr er aus der Zeitung, was sich am Abend abgespielt hatte: „Da wusste ich, was ich angerichtet habe.“ Der Mann stellten sich in Duisburg der Polizei.

„Wir haben uns eigentlich immer gut verstanden, manchmal auch gestritten“, erklärte der Bauarbeiter gestern. An die Tat selbst kann er sich der 46-Jährige, der bereits mehrere Vorstrafen hat, nicht erinnern: „Ich hatte einen Filmriss.“ Auch das Opfer konnte im Zeugenstand nicht erklären, was der Grund für die Auseinandersetzung war. Der Prozess wird fortgesetzt.

Leserkommentare (1)


() Registrierte Nutzer