Zehn Jahre lang hat der 64-Jährige im Kulturbereich der Stadt Kaarst gearbeitet.

Zehn Jahre lang hat der 64-Jährige im Kulturbereich der Stadt Kaarst gearbeitet.
Ein bisschen Nostalgie muss sein: Klaus Stevens an „seiner“ ersten Stele,

Ein bisschen Nostalgie muss sein: Klaus Stevens an „seiner“ ersten Stele,

Ein bisschen Nostalgie muss sein: Klaus Stevens an „seiner“ ersten Stele,

Kaarst. Eigentlich ist Klaus Stevens schon gar nicht mehr da. Zumindest nicht in seinem Büro im Kaarster Rathaus. Aber der Mann, der an seinem Schreibtisch sitzt, ist natürlich kein Geist, sondern der Kulturmanager höchstpersönlich. „Gewissermaßen ehrenamtlich“, sagt er selbst lachend, arbeitet er sich durch die letzten Akten und Projekte. Offiziell geht Stevens, der auch der Vertreter von Fachbereichsleiter Dieter Güsgen ist, mit Beginn der zweiten Jahreshälfte in Pension, aber weil sich im Laufe seiner Zeit im Kulturbereich so viele Überstunden angesammelt haben und dazu noch der Urlaub für dieses halbe Jahr kommt, kann er schon jetzt freimachen.

Angefangen hat er in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Tut er aber nicht. „Ja, ich war auch überrascht“, sagt er amüsiert, „bis Juni – das war für mich noch so weit hin. Und dann sprach Dieter Güsgen mich drauf an, dass ich meine Restzeit mal berechnen müsste.“ Dabei gibt es doch noch so einiges, dass er so weit wie möglich nach vorn bringen will. Zehn Jahre hat Stevens im Kulturbereich der Stadt gearbeitet, aber schon 1989 hat er in der Verwaltung angefangen, war für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zuständig. „Erst halbtags“, sagt er, „dann wurde es schnell ein Fulltime-Job.“

Dabei hatte er Fotodesign studiert, war also eher ein Quereinsteiger, aber konnte seine erlernte Profession auch sehr gut im neuen Job einsetzen. Kein Wunder also, dass tiefe Befriedigung aus seinen Worten klingt, wenn er sagt: „Ich habe genau die beiden Positionen im Kaarster Rathaus gehabt, die ich auch haben wollte. Das ist ein tolles Gefühl.“ Und so geht er mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Lachend, weil er wieder mehr Freizeit hat, und weinend, weil ihm die Arbeit große Freude gemacht hat. Und viel erreicht hat er auch.

Dass der Kaarster Stelenweg heute 34 Stationen umfasst, ist seiner unermüdlichen Energie zu verdanken. „Ich wollte damals dieses tolle Konzept, das mit dem Bau des Rathauses verbunden war, unbedingt weiterführen“, erinnert sich der Noch-64-jährige. Für jedes der zehn Kunstwerke, das in seinen zehn Arbeitsjahren dazugekommen ist, hat er Sponsoren suchen müssen. Fundament und Sockel hat die Stadt bezahlt, alles andere musste über Spenden finanziert werden.

Dabei freut Stevens ganz besonders, dass die Bereitschaft dazu immer aus der Bürgerschaft kam. „Ob über Vereine, Schützen oder Privatpersonen – es kam immer aus Kaarst genug zusammen, um die Stelen aufstellen zu können.“ Nur zu gut kann er sich noch an die Anfänge erinnern, an heftigen Diskussionen über mögliche Standorte: „Es war der Künstler Wolfgang Kliege, der diesen Gordischen Knoten durchschlagen hat, indem er ein fiktives Sternenbild über den Stadtplan legte.“ Der „Rabe“ von Anatol in Vorst war dann das erste Kunstwerk in einem Stadtteil außerhalb von Kaarst. Und ein Jahr später wurde der Martinus-Stelenweg begründet – der als jüngstes Projekt eine Arbeit der Künstlergruppe Mgka, eine streitende Gans, in petto hat.

34 Kunstwerke gibt es mittlerweile im ganzen Stadtgebiet, mit Denkmälern sind sie zu einer Fahrradroute zusammengefasst, die irgendwie auch wie ein roter Faden die fünf Stadtteile dieser Kommune erst richtig verbinden. Als eine seiner letzten „Taten“ möchte Klaus Stvens nun noch die Aufstellung des „Ampelnistkasten“ von Till Hausmann erreichen.

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