Die CDU-Kandidaten setzen sich mit großem Abstand ab. SPD verliert drastisch.

Wird sind die Ergebnisse zu bewerten? Hermann Gröhe und Parteifreunde im DrususI.
Wird sind die Ergebnisse zu bewerten? Hermann Gröhe und Parteifreunde im DrususI.

Wird sind die Ergebnisse zu bewerten? Hermann Gröhe und Parteifreunde im DrususI.

Uli Engers

Wird sind die Ergebnisse zu bewerten? Hermann Gröhe und Parteifreunde im DrususI.

Rhein-Kreis Neuss. Hermann Gröhe und Ansgar Heveling (beide CDU) sind die Erststimmen-Sieger in den Wahlkreisen 109 NeussI und 111 Krefeld-NeussII und ziehen als direkt gewählte Bundestagsabgeordnete in den Bundestag ein. Über ihre Listenplätze sind Bijan Djir-Sarai (FDP) aus dem Neusser Wahlkreis sowie Otto Fricke (FDP) aus dem Wahlkreis 111 Bundestagsmandate sicher. Unklar ist der Ausgang noch für Bernd Scheelen.

Wahlkreis 109:

Schock bei der SPD in ihrem Wahlkampfbüro am Büchel, als Schlag 18 Uhr die Prognose ein desaströses Ergebnis vorhersagt. Aber auch bei der CDU, die im Drusus1 zusammenkommt, hält sich angesichts des CDU-Ergebnisses im Bund die Begeisterung über den Erfolg von Schwarz-Gelb in Grenzen.

"Das war ein schwerer Wahlkampf aus der Opposition heraus", sagt Hermann Gröhe, der selbst erst vier Stunden später sein Ergebnis kennt: Das ist eindeutig ein gutes, der Staatsminister im Bundeskanzleramt hat gegenüber 2005 sogar leicht bei den Erststimmen gewonnen.

"Das Neusser SPD-Ergebnis wird besser als das im Bund", verspricht gegen 19 Uhr Hubert Eßer seinen maßlos enttäuschten Genossen. Parteichef Benno Jakubassa fasst es gewohnt drastischer, spricht von der großen Verbitterung, die ihm im Wahlkampf ("wir haben bis zum Umfallen gekämpft") bei SPD-Anhängern immer wieder begegnet sei.

Erst um 22 Uhr dann steht das Ergebnis für den 109er-Wahlkreis fest. Hermann Gröhe holt den Wahlkreis (Neuss, Dormagen, Grevenbroich, Rommerskirchen) souverän mit 47,8 Prozent. Sein Neusser Ergebnis ist noch besser, hier haben ihn 48,7 Prozent der Wähler gewählt. Hubert Eßer muss sich in Neuss mit 28 Prozent bescheiden.

Der Abstand zwischen CDU- und SPD-Direktkandidat hat sich stark vergrößert. "Ein wunderbares Ergebnis nach einem harten Jahr im Kreis und im Bundeskanzleramt, mit Wirtschaftskrise und Wahlkampf", kommentiert Hermann Gröhe.

Er feiert in Neuss, zieht dann nach Dormagen. Am heutigen Montag ist er morgens in Berlin zur Sitzung des Bundesvorstands, am Abend in Düsseldorf zum Landesvorstand, am Dienstag wieder in Berlin zur "Morgenlage"...

Ein gutes Ergebnis erzielt auch Bijan Djir-Sarai: Der Grevenbroicher Liberale erreicht 8,6 Prozent und zieht über den Listenplatz 13 seiner Landespartei nach Berlin. "Die FDP hat sich in den vergangenen fünf Jahren thematisch stark weiterentwickelt, ist nicht mehr nur Wirtschaftspartei. Und das Potenzial ist noch nicht ausgeschöpft", freut sich Bijan Djir-Sarai, der heute in den Flieger nach Berlin steigt.

Der Grevenbroicher will aber auch weiterhin dem Kreistag angehören: "Die kommunale Verankerung finde ich ganz wichtig. Das gute Ergebnis ist auch für uns im Rhein-Kreis Neuss eine Chance."

Wahlkreis 111:

Der Korschenbroicher Ansgar Heveling, Nachfolger von CDU-Urgestein Willy Wimmer, hat im Wahlkreis 111 das Direktmandat mit 42,3Prozent der Erststimmen geholt und zieht in den Bundestag ein. "Als Neuling bin ich mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Dieser Zuspruch hat mich überrascht", sagt der 37-Jährige, der seinen Referenten-Schreibtisch bei NRW-Finanzminister Helmut Linssen heute räumen wird.

Sein Wahlslogan "Politik von Mensch zu Mensch" habe sich im Wahlkampf bewährt. Das Ergebnis sei eine gute Basis, um gute Politik zu machen, so der CDU-Mann. "Bei vielen Terminen war ich allein auf weiter Flur", sagt Heveling in Richtung SPD. In Berlin möchte er sich um die Bereiche Verkehr und Finanzen kümmern.

Der großer Verlierer des Abends heißt Bernd Scheelen (SPD). Wegen des schlechten Abschneidens seiner Partei wackelt sein sicher geglaubter Listenplatz. Eine Entscheidung, die erst spät in der Nacht fallen wird. "Man muss das Ergebnis nicht schön reden. Es ist ein Desaster. Wir haben es nicht geschafft, unseren Anteil an der Regierungspolitik dem Wähler deutlich zu machen", kommentierte Scheelen.

Große Freude hingegen in der FDP-Kreisgeschäftsstelle in Krefeld. "Es ist ein überragender Tag und für mich auch persönlich ein toller Erfolg. Ein bisschen Wehmut gibt es trotzdem, denn den Vorsitz im Haushaltsausschuss werde ich abgeben müssen", sagte Otto Fricke. Heute Morgen trifft er auf seinen neuen Kollegen Bijan Djir-Sarai in Berlin.

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