Seelsorgebereiche an Erft und Gilbach wollen Freiwillige für sozial-karitative Aufgaben gewinnen. Geld gibt es vom Erzbistum.

Seelsorgebereiche an Erft und Gilbach wollen Freiwillige für sozial-karitative Aufgaben gewinnen. Geld gibt es vom Erzbistum.
Werben für das Ehrenamt: (v.r.) Pfarrer Jos Houben, Diakon Manfred Jansen, Caritas-Fachberater Jürgen Weidemann und Diakon André Kleinen.

Werben für das Ehrenamt: (v.r.) Pfarrer Jos Houben, Diakon Manfred Jansen, Caritas-Fachberater Jürgen Weidemann und Diakon André Kleinen.

Anja Tinter

Werben für das Ehrenamt: (v.r.) Pfarrer Jos Houben, Diakon Manfred Jansen, Caritas-Fachberater Jürgen Weidemann und Diakon André Kleinen.

Grevenbroich. Die vier Seelsorgebereiche in Grevenbroich und Rommerskirchen wollen das ehrenamtliche Engagement stärken und die Mitverantwortung in den Kirchengemeinden fördern. Das soll mit Hilfe des Erzbistums Köln geschehen, das den katholischen Pfarren an Erft und Gilbach bis 2020 insgesamt 480 000 Euro zur Verfügung stellt. Das Geld wird in Mitarbeiter investiert, die freiwillige Helfer für sozial-karitative Projekte und Aktionen gewinnen sollen.

Vier Halbtagsstellen sind den Seelsorgebereichen in Aussicht gestellt worden. „Die Ausschreibungen werden in Kürze auf den Weg gebracht“, sagt der Leitende Pfarrer Jos Houben. Gesucht werden Interessierte mit pädagogischer oder sozialer Ausrichtung. „Die Bewerber sollten auch die Fähigkeit mitbringen, möglichst viele Leute für eine ehrenamtliche Mitarbeit in den Gemeinden zu begeistern, das ist mir wichtig.“ Das Potenzial dazu sei da, meint Diakon André Kleinen – unter dem Dach der vier Pfarreiengemeinschaften sind immerhin rund 40 000 Katholiken vereint.

Vier Halbtagsstellen sind in Aussicht gestellt worden

Freiwilliges Engagement ist in den Seelsorgebereichen längst vorhanden – doch: „Vieles geht unstrukturiert über die Bühne. Zudem ist der ehrenamtliche Stamm durch die Bank veraltet“, sagt Houben. „In den vergangenen Jahren hat es keinen gesunden Wechsel gegeben.“ In den Gemeinden gebe es vielfach noch die traditionelle Form der Caritas, die sich in Seniorenkaffees oder Krankenbesuchen ausdrücke. Jos Houben will dieses Engagement nicht schmälern, meint aber: „Die Gesellschaft verändert sich, daher brauchen wir auch ein neues Gesicht der Caritas.“

Freiwilligen-Agentur in der Grevenbroicher City geplant

Dafür sollen die vom Erzbistum geförderten Mitarbeiter sorgen. Zu ihren künftigen Aufgaben zählt etwa die Gründung einer Freiwilligen-Agentur, die in der Grevenbroicher Innenstadt angesiedelt wird. Dort sollen Ehrenamtler ausfindig gemacht und – ihren Kompetenzen entsprechend – in sozial-karitative Projekte in den einzelnen Pfarren eingebunden werden. Die Frauen und Männer sollen Hilfsbedürftige im Alltag unterstützen, ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Ein weiteres Projekt ist die „Soziale Zukunftswerkstatt“, die Menschen zusammenbringen soll, denen ihr Umfeld am Herzen liegt. „Was brauchen die Leute vor Ort? Wo sind ihre Bedarfe? – das sind Fragen, mit denen sich die Ehrenamtler auseinandersetzen sollen, um daraus Ideen und Aktionen zu entwickeln“, sagt Diakon Manfred Jansen. „Ich glaube, dass sich dadurch ein anderes Verständnis von Kirche entwickeln wird, wenn sie sich lebendig, konkret und nah bei den Menschen zeigt.“

Treffpunkte mit Café-Charakter sind im Rahmen des Projekts ebenso geplant wie ein soziales Beratungsmobil, das in den Seelsorgebereichen eingesetzt werden soll. Die Zusammenarbeit mit dem Caritasverband will die Kirche bei dieser Gelegenheit fortsetzen – zum Beispiel mit den bereits eingeführten Lotsenpunkten. „Dort hat sich eine mittlerweile selbstverständliche Basis der Zusammenarbeit entwickelt, die große Synergieeffekte mit sich bringt“, sagt Jürgen Weidemann, Fachberater der Gemeindecaritas.

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