Das Wohl der Kinder des Tatverdächtigen war nie gefährdet, berichtet das Amt.

Weckhoven. In der Familie von Sven F. gab es akut und auch in der Vergangenheit keine Fälle von Kindeswohlgefährdung. Das ergab eine Untersuchung des Jugendamtes, das die sechs leiblichen Kinder von Sven F. ärztlich untersuchen ließ. In der vergangene Woche war ein Elfjähriger mit schwersten Verletzungen aufgefunden worden. Dringend tatverdächtig, ihm die Verletzungen zugefügt zu haben, ist der geständige Sven F. Er ist der Onkel des elfjährigen Jungen, der nach wie vor in der Düsseldorfer Uni-Klinik mit dem Tode ringt.

Polizei verspricht, Ängste der Weckhovener ernst zu nehmen

Die Familie, in der der elfjährige Junge in den vergangenen zehn Wochen lebte, hat über viele Jahre Hilfen des Jugendamts bei Problemen im Zusammenhang mit der Alltagsbewältigung erhalten, teilt die Stadt mit. Auffälligkeiten: keine.

Aus Anlass der Gewalttat an dem Elfjährigen wird der Neusser Bürgermeister Reiner Breuer heute in der Sitzung des Hauptausschusses Bericht erstatten. Er werde die sozialen Rahmenbedingungen in diesem Stadtteil in den Mittelpunkt seiner Ausführungen stellen, teilt die Stadt mit. Die Sitzung beginnt um 17 Uhr im Ratssaal und ist öffentlich. Die Stadt unterstützt die Staatsanwaltschaft weiterhin bei der Aufklärung der Gewalttat. Das Jugendamt begleite zudem die leiblichen Eltern des Elfjährigen, bei denen jederzeit und vollständig, wie die Stadt betont, das Sorge- und Aufenthaltsrecht des Jungen lag. Der hatte aber in den letzten vier Jahren bei seinen Großeltern in Kaarst gelebt.

Zu der Forderung namentlich der Neusser SPD, in Weckhoven nun endlich eine eigene Polizeidienststelle einzurichten, meldet sich auch die Polizei selbst zu Wort. Man nehme die Ängste der Weckhovener ernst, unterstreicht Behördensprecherin Diane Drawe. Sie verweist auf die schnellen Fahndungserfolge in diesem Fall wie auch bei der Aufklärung der Schüsse auf eine 25-Jährige am Lindenplatz, die tags zuvor ganz offensichtlich getötet werden sollte. Diese Taten seien aufgeklärt, die mutmaßlichen Täter dingfest gemacht worden. Die Polizei, sagt Drawe nicht nur vor diesem Hintergrund, sei gut aufgestellt und auf unterschiedlichsten Wegen für die Bürger erreichbar.

Die Tat könnte auch die in der kommenden Woche gemeinsam tagenden Ausschüsse für Soziales und Jugendhilfe beschäftigen. Denn aus dem Arbeitskreis „Konsolidierung“ liegt der Vorschlag auf dem Tisch, mehr von den Kindern, die außerhalb ihrer Familie untergebracht werden müssen, in Pflegefamilien zu betreuen. Der Grund dafür sind steigende Kosten für ihre Unterbringung. -nau

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