Das Gedränge am Morgen ist groß. Es wird sich aber in Zukunft nichts ändern. Stattdessen sollen Kinder früher los.

Jan-Ole Michael an einem für ihn typischen Morgen: An der Haltestelle „Driesch Denkmal“ muss er sich in den überfüllten Bus quetschen.
Jan-Ole Michael an einem für ihn typischen Morgen: An der Haltestelle „Driesch Denkmal“ muss er sich in den überfüllten Bus quetschen.

Jan-Ole Michael an einem für ihn typischen Morgen: An der Haltestelle „Driesch Denkmal“ muss er sich in den überfüllten Bus quetschen.

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Jan-Ole Michael an einem für ihn typischen Morgen: An der Haltestelle „Driesch Denkmal“ muss er sich in den überfüllten Bus quetschen.

Kaarst. Am Montag geht die Schule wieder los, und damit beginnt für Jan-Ole Michael wieder das große Drängeln. Denn wenn der Bus, der ihn zur Schule bringt, um 7.38 Uhr an der Haltstelle „Denkmal“ in Driesch ankommt, ist er meist überfüllt. Seit Jan-Ole im Herbst vom Fahrrad für seinen Weg zum Georg-Büchner-Gymnasium (GBG) auf den Bus umgestiegen ist, fürchtet Mutter Eva Michael immer wieder, dass ihr Sohn in dem dicht besetzten Wagen keinen Platz findet.

„Das ist schon so manches Mal passiert – und zuletzt war der Bus sogar so voll, dass er an unserer Haltestelle gar nicht mehr angehalten hat“, erzählt sie. Jan-Ole sei dann mit dem nachfolgenden Bus der Linie 860 gefahren – und prompt zu spät zur Schule gekommen. „Der Bus soll eigentlich um 7.41 Uhr bei uns sein. Da er aber am Bahnhof oft auf die S-Bahn wartet, kommt er leider nicht immer pünktlich bei uns an“, erklärt die Mutter.

Appell an Eltern, Kinder mit früherem Bus fahren zu lassen

Mehrfach habe sie sich an die Stadt gewandt und um eine Lösung des Schulbus-Problems ersucht. Vor den Weihnachtsferien habe das Schulamt dann Vertreter der GBG-Elternpflegschaft – der auch Eva Michael angehört – zum Gespräch gebeten. „Dabei wurde uns erklärt, dass es sich gar nicht um einen Schulbus handelt, obwohl ,Schulbus’ vorne dran steht. Der Bus sei nur als solcher deklariert, weil er eine verkürzte Strecke fahre und so verhindert werden soll, dass ,reguläre’ Fahrgäste zusteigen. Über den Einsatz der Busse könne die Stadt überdies nicht bestimmen“, berichtet Eva Michael.

Das bestätigt auch Stephan Adams aus dem Büro der Bürgermeisterin. „Für die Stadt Kaarst sind Busse der Busverkehr Rheinland GmbH unterwegs. In den vergangenen Wochen sind bei dem Unternehmen Ticketzählungen und Fahrerbefragungen gelaufen. Dadurch sollten etwaige Verspätungsgründe herausgearbeitet werden. Tatsächlich hat sich ergeben, dass ein Fahrzeug, dass zuvor in Grevenbroich fährt, auf der Strecke zum morgendlichen Einsatz im Kaarster Stadtgebiet oft Verspätungen einfährt. Dieses Fahrzeug wird ab Montag ausgetauscht“, erläutert er. Darüber hinaus seien die Eltern darauf hingewiesen worden, dass es durchaus zumutbar ist, ihre Kinder mit einem früheren Bus zum GBG fahren zu lassen. „Die Schule öffnet ihr Gebäude früher, damit die Schüler nicht bei Wind und Wetter auf dem Hof warten müssen“, so Adams.

Auch für die Nachmittage sei eine Lösung gefunden. „An drei Tagen pro Woche endet der Unterricht am GBG um 15 Uhr, der Zusatzbus fuhr aber um 13.20 Uhr. Auch das wird sich ab Montag ändern. An den langen Schultagen wird der Bus um 15.20 Uhr eingesetzt“, erklärt Adams.

Die GBG-Elternpflegschaft hat die Eltern schriftlich über die Änderungen informiert. Mit Hinweis auf die Schülerbeförderungsverordnung appelliert sie an die Eltern, ihre Kinder auch mit dem früheren Bus fahren zu lassen. „Die Verordnung besagt, dass die Schüler innerhalb einer Stunde zur Schule kommen müssen, und das schaffen sie mit dem früheren Bus“, erklärt Eva Michael. So richtig zufrieden ist die Mutter mit der angebotenen Lösung nicht. „Aber einen zusätzlichen Bus wird es nicht geben – und bald kann Jan-Ole ja auch wieder mit dem Rad fahren“, stellt sie fest.

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