Beim Event „Playa Grevenbroich“ kann wegen der Vorgaben vom Gesundheitsamt kein Pool aufgebaut werden.

Beim Event „Playa Grevenbroich“ kann wegen der Vorgaben vom Gesundheitsamt kein Pool aufgebaut werden.
In Rheydt wurde ein Schwimmbecken aufgebaut, beim Event in Grevenbroich wird es hingegen kein Bad geben. Archiv

In Rheydt wurde ein Schwimmbecken aufgebaut, beim Event in Grevenbroich wird es hingegen kein Bad geben. Archiv

ilg

In Rheydt wurde ein Schwimmbecken aufgebaut, beim Event in Grevenbroich wird es hingegen kein Bad geben. Archiv

Grevenbroich. Sommer, Sonne Strand, Palmen, Musik und ganz viel gute Laune – und das alles mitten auf dem Grevenbroicher Marktplatz. Ein Event der besonderen Art planen die Stadt und Marc Pesch für das letzte August-Wochenende – die „Playa Grevenbroich“. Doch der City-Strand muss entgegen den Plänen ohne Wasser auskommen, der Sprung zur Abkühlung in das geplante 100-Quadratmeter-Freibad wird nicht möglich sein. „Das Gesundheitsamt des Kreises hat Voraussetzungen genannt, die wir nicht erfüllen konnten“, erklärt Marc Pesch. „Ich bin enttäuscht“, sagt Bürgermeister Krützen. „Ich hätte mir vom Kreis etwas mehr Flexibilität gewünscht, dann hätten wir eine finanzierbare Lösung sicherlich hinbekommen“, ergänzt das Stadtoberhaupt.

„Die Erfüllung der Auflagen hätte die Kosten fürs Freibad mehr als verdoppelt.“

Marc Pesch, Event-Veranstalter

Das Strand-Wochenende in der City hatte sich Bürgermeister Klaus Krützen ausgedacht, der den Marktplatz mehr beleben will. Bei den weiteren Planungen wurde das Projekt noch deutlich größer. Für das geplante, 13 mal sieben Meter große Schwimmbecken „war schon fast alles festgezurrt, die Feuerwehr hätte das Becken befüllt“, schildert Marc Pesch. Dann kam die Riesen-Enttäuschung. „Das Kreisgesundheitsamt erklärte, dass es so nicht gehe“, sagt Pesch. Und er fragt sich: „Beim Turmfest in Rheydt, in Köln und anderswo werden mobile Bäder aufgestellt. Warum geht bei uns nicht, was woanders funktioniert?“

„Ich weiß nicht, welche Technik in anderen Städten verwendet wurde. Das uns vorgelegte Konzept war nicht stimmig“, sagt Amtsarzt Dr. Michael Dörr, Leiter des Kreisgesundheitsamtes. „Wir wissen, dass nach der Nutzung bei nicht ausreichender Wasseraufbereitung mitunter Hauterkrankungen, Bindehauterzündungen und Durchfallerkrankungen auftreten. Wir müssen uns an die Vorgaben halten.“ Einzuhalten sei die DIN-Norm 19643. Beispielsweise sei „eine pH-Wert-gesteuerte Chlordosierungsanlage nötig, die kontinuierlich den Chlorgehalt misst und steuert“, ebenso eine Flockenanlage zur Wasserreinigung. „Wir stehen für Gespräche bereit, um eine Lösung zu suchen“, betont Dörr.

Doch laut Pesch wurden die Freibad-Pläne ad acta gelegt, nach „sechs Krisensitzungen“. „Die Erfüllung der Auflagen hätte die Kosten fürs Freibad mehr als verdoppelt“, sagt Marc Pesch.

Viel Strandatmosphäre soll es aber auch ohne Badewasser im August geben – mit 70 Kubikmetern Sand, Cocktailbar und vielem mehr. Und Pesch hat noch eine gute Nachricht: Das fürs Becken eingeplante Geld „werden wir nun für ein Top-Musikprogramm an beiden Tagen einsetzen.“ Klar war, dass am Freitag die Kölner Band „Cat Ballou“ kommt. Samstags wird nun eine große 90er-Jahre-Open-Air-Party steigen. „Wir sind stolz, einen der Mega-Acts von damals nach Grevenbroich zu holen, bei freiem Eintritt“, sagt Pesch. Die Gruppe „Mr. President“ wird auf dem Markt für Sommer-Musik sorgen. Mitte der 90er war sie etwa mit „Up’n Away“ i n den Charts.

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