Vor 30 Jahren gründete der TV Jahn eine Segelabteilung. Die Schiffe liegen noch in Roermond.

Beim Sturmwindtraining des TV Jahn auf der Nordsee ist schon mancher Magen auf eine harte Probe gestellt worden.
Beim Sturmwindtraining des TV Jahn auf der Nordsee ist schon mancher Magen auf eine harte Probe gestellt worden.

Beim Sturmwindtraining des TV Jahn auf der Nordsee ist schon mancher Magen auf eine harte Probe gestellt worden.

Epping

Beim Sturmwindtraining des TV Jahn auf der Nordsee ist schon mancher Magen auf eine harte Probe gestellt worden.

Grevenbroich. Irgendwann einmal, wenn die letzten Löcher der Tagebaue mit Rheinwasser gefüllt sind, werden im Revier gigantische Seen entstehen. Wahre Wassersport-Paradiese. Insofern waren die Mitglieder des Kapellener Turnvereins Jahn weitsichtig, als sie vor 30 Jahren eine eigene Segelsportabteilung aus der Taufe hoben. Weil das mit den Restseen noch dauern wird, haben sich die Mitglieder erst einmal ein anderes Revier ausgeguckt: Ihr Hafen liegt in der Nähe von Roermond, dort ankern nicht weniger als sieben Segelschiffe, die in Vereinsbesitz sind. Und die werden rege genutzt.

„Hinterher sind aber alle wieder wohlauf und glücklich.“

Norbert Epping, Leiter der Segelsportabteilung TV Jahn

Denn die Abteilung zählt zurzeit nicht weniger als 85 Hobbysegler – und darauf ist Leiter Norbert Epping ein wenig stolz: „Diese Zahl kann sich sehen lassen“, sagt er: „Schließlich gehört Segeln auf dem platten Land nicht gerade zu den bevorzugten Sportarten.“ Der 52-Jährige schließt nicht aus, dass demnächst noch einige Mitglieder hinzukommen können. Denn am 18. und am 23. Januar startet der TV Jahn in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule wieder Führerscheinkurse, um interessierte Grevenbroicher für das Segeln – mit und ohne Motor – auf Binnengewässern fit zu machen. „Das Schöne daran ist, dass viele der Teilnehmer anschließend unserer Abteilung beitreten“, sagt Norbert Epping zufrieden.

Der Grevenbroicher Unternehmer war selbst einmal einer dieser Führerscheinneulinge – und hat dann Blut geleckt. Mittlerweile organisiert er seit zehn Jahren die Ausbildung beim TV Jahn und hat bereits mehr als 200 „Frischlinge“ in Theorie und Praxis zum Binnen-Sportbootführerschein gebracht. „Das ist oft nur die Einstiegsdroge“, weiß Epping. Denn viele wollen anschließend höher und weiter hinaus, wofür der Sportführerschein See und der Sportküstenschifferschein erforderlich sind. Auch dafür bietet der Turnverein Jahn ab dem 18. Januar wieder Kurse an.

Während die Binnen-Führerscheinneulinge ihre praktischen Übungen in den beiden 600 Kilogramm leichten Kielbooten „Moby“ und „Dick“ absolvieren, gehen die künftigen Seebären an Bord der „Grand Filou“, einer zwölfeinhalb Meter langen und neun Tonnen schweren Segeljacht, mit der sich Norbert Epping einen Lebenstraum erfüllt hat. Dort kann es mitunter auch mal drunter und drüber gehen – etwa beim Sturmwindtraining auf der Nordsee, das schon so manchen Magen eines Flachländers hart auf die Probe gestellt hat. „Hinterher sind aber alle wieder wohlauf und glücklich“, sagt Epping. Kenntnisse in Navigation und im Umgang mit den Seekarten vermittelt der TV Jahn ebenfalls, die praktische Prüfung wird vor dem Deutschen Seglerverband abgelegt.

„Seinen“ Sport kann der Abteilungsleiter nur wärmstens empfehlen – insbesondere den Zeitgenossen, die vom Stress arg geplagt sind. „Es gibt kein Hobby, das mehr entspannt als das Segeln. Kaum auf dem Boot, hat man den Job und allen Ärger gleich vergessen. weil es immer etwas zu tun gibt“, sagt der 52-jährige Grevenbroicher: „Man ist sofort Urlaubs-Modus.“

Wer sich für die theoretischen Prüfungen in Grevenbroich und die praktischen Übungen in Holland interessiert, kann sich ab sofort für die Führerscheinkurse anmelden. Informationen gibt’s per E-Mail an: vorstand@tvj-segeln.de.

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