Auf Höhe der Bezirkssportanlage sind zahlreiche Bäume gefällt worden.

Auf Höhe der Bezirkssportanlage sind zahlreiche Bäume gefällt worden.
Auch Gerhard Kranefuß vom Landesbetrieb Straßen NRW ist überrascht über die radikalen Fällarbeiten.

Auch Gerhard Kranefuß vom Landesbetrieb Straßen NRW ist überrascht über die radikalen Fällarbeiten.

Nicht nur die Bäume, auch die Sträucher wurden entlang der Klosterstraße entfernt. Die Reitanlage hat nun keinen Sichtschutz mehr.

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Auch Gerhard Kranefuß vom Landesbetrieb Straßen NRW ist überrascht über die radikalen Fällarbeiten.

Delhoven. Die Dormagenerin traute ihren Augen nicht, als sie mit ihrem Hund auf dem Radweg an der Klosterstraße spazieren ging: „Alles weg. Tabula rasa“, ärgert sie sich. In der Tat: Am Ortsausgang von Delhoven, in Höhe der Bezirkssportanlage des heimischen FCD und der Anlage des Reit- und Fahrvereins Dormagen, sind nahezu alle Bäume gefällt worden, dazu ist von dem einst dichten Sträucherbewuchs nichts mehr zu sehen.

Ein Kahlschlag. „Das dauert Jahre, ehe dort wieder etwas hoch gewachsen ist“, sagt die Dormagenerin, die ihren Namen nicht veröffentlicht sehen möchte. Sie denkt auch an die Pferde des Reitvereins, „für die es einen guten Sichtschutz zur Landstraße gegeben hat. In den Sträuchern haben viele Vogelarten gelebt. Unmöglich“, schimpft sie.

Der Grund für den Radikalschnitt ist noch unklar

Warum es an dieser Stelle einen derart durchgreifenden Schnitt gegeben hat, ist derzeit unklar. „Das ist nicht unser Gebiet“, sagt Gerhard Kranefuß, Mitarbeiter des Landesbetriebs Straßen NRW. Er hat sich gestern vor Ort die Situation angesehen und war auch überrascht, wie weitflächig alles weg ist. Dass die Baumfällarbeiten von Straßen NRW beauftragt worden sein sollen, wundert Kranefuß. Seinen Informationen zu Folge hatte der Landesbetrieb den Auftrag erteilt, im ersten Bereich, dort wo es in den Walter-Reuber-Weg geht und wo das große Vereinsschild des FC Delhoven steht, auf eine Geländetiefe von zwei Metern Bäume und Sträucher zu beschneiden. Im weiteren Verlauf sollte die Geländetiefe (von der Klosterstraße aus gesehen) vier Meter betragen. Dass die Bäume gefällt wurden, die unter den Stromleitungen stehen, sei nachvollziehbar, „da ist es zu gefährlich.“ Warum aber ist so viel mehr weggeschnitten worden? Der Grünflächen-Experte weiß es nicht.

Aufschlussreich ist, was ein Mitarbeiter einer Firma aus Brüggen erzählte, dem Kranefuß gestern zufällig begegnete: „Wir sollten alles komplett wegmachen“, sagte dieser. Diese Anweisung sei von einer Firma in Mülheim erteilt worden, die den Auftrag von Straßen NRW erhalten hat. „Welches Interesse sollten die daran haben, mehr zu machen?“ rätselt er. Gestern gab es dazu keine Auskunft. Beim FC Delhoven war man über „leichte“ Schnittarbeiten informiert worden, wie Geschäftsführer Thomas Frason sagt.

Mit den Gehölzschnittarbeiten, die es auch entlang der L 280 an der Provinzialstraße zwischen Dormagen-Mitte und Delhoven gegeben hat, geht es weiter: So wird es, wie der Mitarbeiter aus Brüggen erklärte, auf der gegenüberliegenden, linken Seite (in Fahrtrichtung Kloster Knechtsteden) umfangreiche Baumfällungen und Rückschnitt der Sträucher geben. „60 Prozent kommen weg“, sagte der Mitarbeiter.

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