Die Rentner Marie Therese Junkers und Robert Begerau engagieren sich für den „Senior Experten Service“ und geben ihr Fachwissen weiter.

Die Rentner Marie Therese Junkers und Robert Begerau engagieren sich für den „Senior Experten Service“ und geben ihr Fachwissen weiter.
Marie Therese Junkers und Robert Begerau haben im Laufe der Zeit viele Kontakte geknüpft. Demnächst sind sie zu einer Hochzeit in Kambodscha eingeladen.

Marie Therese Junkers und Robert Begerau haben im Laufe der Zeit viele Kontakte geknüpft. Demnächst sind sie zu einer Hochzeit in Kambodscha eingeladen.

Anja Tinter

Marie Therese Junkers und Robert Begerau haben im Laufe der Zeit viele Kontakte geknüpft. Demnächst sind sie zu einer Hochzeit in Kambodscha eingeladen.

Kaarst. Marie Therese Junkers (66) und ihr Ehemann Robert Begerau (69) reisen mit Vorliebe um die Welt. Jedoch nicht als Touristen, sondern ehrenamtlich im Einsatz für andere. Das sympathische Ehepaar, Eltern dreier Söhne und Großeltern von drei Enkelkindern, hat den „Senior Experten Service“ (SES) für sich entdeckt. 2005 machte ein Arbeitskollege Marie Therese Junkers auf das Angebot des SES aufmerksam: Weitergabe von Wissen für Fach- und Führungskräften im Ruhestand oder einer beruflichen Auszeit, vorzugsweise in Schwellenländern.

Junkers, die nach ihrem Studium der Politik und Volkswirtschaftslehre für die Öffentlichkeitsarbeit in diversen Ministerien zuständig war, lange Zeit als Pädagogische Leiterin des Deutschen Instituts für Public Relations in Hamburg gearbeitet und sich danach mit einer PR-Agentur selbstständig gemacht hat, war sofort Feuer und Flamme. Alle zwei Jahre ist sie seitdem für drei Wochen im Einsatz: in Weißrussland, in Kambodscha, in Ghana und im indischen Bundesstaat Nagaland hat sie ihr Wissen in Kommunikationsstrategien, Kommunikation in Veränderungsprozessen, Kooperation und Moderation weitergegeben.

Fußballlehrer Begerau möchte Talente nach Europa vermitteln

„In Ghana fand zum Beispiel eine große Konferenz zur Arbeitssicherheit statt, die ich begleitet habe“, erzählt sie. Besonders beeindruckend war für sie der Einsatz in Nagaland: „Dort leben in einer Bergregion 16 Stämme mit eigenen Sprachen und Kulturen. Bis in die fünfziger Jahre hinein gab es dort noch Kopfjäger“, berichtet Junkers. Ihre Aufgabe war es, zwischen den einzelnen Stammesgruppen zu vermitteln und ein Konzept für die Öffentlichkeitsarbeit der dort ansässigen Diözese (90 Prozent sind Christen) zu entwickeln. „Alle Vertreter der Nagas waren eingeladen. Am ersten Tag herrschte große Skepsis, am zweiten Tag lief es schon besser“, erinnert sich Junkers.

Von ihrer Begeisterung angesteckt, engagiert sich auch Robert Begerau nach seiner Pensionierung im Jahr 2012 nun beim SES. Der Diplom-Sportlehrer, Psychologe und ausgebildete Fußballlehrer hat sich beruflich um Schüler ohne Perspektive an einem Berufskolleg in Kerpen-Horrem gekümmert. Seine fußballerischen Kenntnisse gab er ebenfalls in Nagaland und in Togo weiter. In zwei Wochen steht der nächste Einsatz bevor: drei Monate Namibia. „Dort folgen zwei Projekte aufeinander, zwischendurch werde ich mir noch das Land ansehen und erwarte meine Frau und einen unserer Söhne zu Besuch“, freut sich Begerau. Ihm liegt vor allem die ursprüngliche Idee des völkerverbindenden Elements von Fußball am Herzen. „Ich möchte die Teamarbeit fördern und auch geeignete Talente nach Europa vermitteln“, erklärt der Pädagoge.

Die Eheleute heben das Eigentliche ihrer Arbeit hervor: den Menschen in ihren Ländern Unterstützung bieten, Anstöße zur Selbsthilfe geben und gleichzeitig anders als ein Tourist viel Kontakt mit den Einheimischen aufzubauen, die Entwicklung privater Kontakte genießen. Demnächst sind sie zu einer Hochzeit nach Kambodscha eingeladen.

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