Bei der "Six-day-night" fährt Erich Winkler bei den Meisterschaften der Paralympics im Sprint über 200 Meter Bestzeit. Andreas Beikirch wurde verabschiedet.

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Spannende Rennen sahen die Zuschauer im Sportforum bei der neunten Six-Day-Night.

Spannende Rennen sahen die Zuschauer im Sportforum bei der neunten Six-Day-Night.

Stefan Reinelt

Spannende Rennen sahen die Zuschauer im Sportforum bei der neunten Six-Day-Night.

Kaarst. Jubel und strahlende Gesichter im Fahrerlager. Bei der neunten Six-Day-Night im Sportforum Kaarst-Büttgen wurde nicht nur um Punkte und Preisgeld gefahren, sondern auch um Titel. Auf der Bahn wurden die Deutschen Meisterschaften der Paralympics ausgetragen. Bei der Siegerehrung und Medaillenübergabe fehlte den Veranstaltern noch etwas die Routine. Mal verließen die Titelträger das Podest bevor die Nationalhymne gespielt wurde, mal wurden die Silbermedaillengewinner vor den Bronzenen auf die Bühne gerufen.

Mit 17 Jahren der Beginn einer womöglich erfolgreichen Laufbahn

Mit einem Meistertitel im Tandem Sprint über 200 Meter krönte sich das Duo Torsten Goliasch und Yannick Reich. Für den einen, Goliasch mit 41 Jahren, war es das Finale seiner Karriere, für den anderen, Reich mit 17 Jahren, der Beginn einer womöglich erfolgreichen Laufbahn. Nach dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft auf der Straße in diesem Jahr und Platz zehn bei der Weltmeisterschaft holte sich der Jugendliche nun auch den Titel auf der Bahn. Yannick Reich besitzt nur eine Sehkraft zwischen sieben und 14 Prozent. "Was andere Menschen auf 100 Meter erkennen, dafür muss ich auf zehn Meter herangehen", erklärt der 17-Jährige sein Handicap, mit dem er seit seiner Geburt lebt.

Während der Innenraum des Radsportforums mit seiner Bewirtung wieder gut besucht war, klafften auf den Zuschauertribünen einige Lücken. Die meisten Zuschauer hatten auf der Seite der Ziellinie Platz genommen. Schließlich waren sie dort auch am dichtesten dran, als Erich Winkler nach 15:54 Sekunden die 200 Meter gesprintet war. Diese Zeit bedeutete nämlich einen neuen Weltrekord. "Damit habe ich nicht wirklich gerechnet, weil es vor kurzem eine Regeländerung gegeben hat", sagte der 41-Jährige. Nur mit der Kraft aus seinem gesunden rechten Bein durfte der Sportler aus Geisenhausen bei Landshut in die Pedale treten. Im Jahr 2001 hatte er einen Motorradunfall, bei der er sein linkes Bein und den rechten Arm verlor. Vorher nur das Radfahren als Hobby betrieben, wechselte er nach seiner Genesung zum Leistungssport. Den Weltrekord verbesserte Winkler um 24 Hundertstel.

Auf seinen Start bei der Six-Day-Night verzichten musste Lokalmatador Andreas Beikirch. "Letzte Nacht hat mich eine Grippe voll erwischt", erklärte der 39-Jährige. Trotzdem besuchte er das Radsportforum, denn er wurde von Veranstalter Udo Hempel und dem stellvertretenden Bürgermeister Matthias Kluth verabschiedet. Nach 16Jahren beendet Beikirch seine Karriere als Profi. Den Gesamtsieg überließ er Leif Lampater und Christian Grasmann.

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