Bei der Jahreshauptversammlung gab es auch kritische Stimmen zu hören.

Kaarst. Als eine lebhafte und politisch wie kulturell überaus aktive Vereinigung hat sich auf ihrer Jahreshauptversammlung die Senioren-Union Kaarst (SU) präsentiert. Der scheidende Vorsitzende Jürgen Sender schrieb der Kaarster CDU - immerhin hat die Senioren-Union zur Zeit 170Mitglieder - einige kritische Anmerkungen ins Stammbuch: Die zuverlässigen Senioren-Stimmen bei den Kommunalwahlen würden in der CDU als Selbstverständlichkeit angesehen. Aber der Dank und die Anerkennung der Mutterpartei hielten sich bisher in Grenzen. Sender: "Man kümmert sich nicht um uns, wie die Ausschussbesetzungen zeigen, bei der die Senioren nur unter ferner-liefen rangierten". Große Hoffnungen auf mehr politisches Gewicht verbindet die Kaarster Senioren UNION daher mit der Neuwahl von Theo Thissen, der mit 94Prozent der abgegebenen Stimmen jetzt neuer Vorsitzender wurde.

Thissen zitierte aus dem Leitfaden der Union: "Weiterhin sollen die Lebenserfahrungen der älteren Mitbürger in die politischen Entscheidungsprozesse einbezogen werden. Scherzend ergänzte er: "Die Jungen mögen wohl schneller laufen, aber wir, die Alten, kennen die Abkürzungen."

Mit Jürgen Sender, der nicht mehr kandidierte, beklagte auch Thissen, dass der Rat bisher keinen Seniorenbeirat eingerichtet hat. Das Thema dürfte auch künftig auf der politischen Tagesordnung in Kaarst stehen, da die Kaarster Senioren-Union im Kreis Neuss den zweitstärksten Verband stellt und energisch auf mehr Mitverantwortung in der Stadt drängt. Das machte Jürgen Sender in seiner Abschiedsrede deutlich: "Wir haben unsere Fähigkeiten, unsere fachliche Kompetenz und unsere hohe Allgemeinbildung mit dem Eintritt in den Ruhestand nicht an der Rentenkasse abgegeben". Eine Absage erteilte Sender einer eigenen Seniorenpartei und einem Senioren-Ministerium, verlangte aber, "auf gleicher Ballhöhe" einbezogen zu werden.

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