Die FDP hat angeregt, im Haushalt 20 000 Euro für den Einsatz privater Sicherheitsfirmen bereitzustellen.

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In Privatbereichen, etwa in Supermärkten, ist der Einsatz Schwarzer Sheriffs nichts Ungewöhnliches.

In Privatbereichen, etwa in Supermärkten, ist der Einsatz Schwarzer Sheriffs nichts Ungewöhnliches.

dpa

In Privatbereichen, etwa in Supermärkten, ist der Einsatz Schwarzer Sheriffs nichts Ungewöhnliches.

Kaarst. Der Ort ist kein Schwerpunkt von Gewalt oder Schwerkriminalität. Zumindest nicht nach der Statistik der Kreispolizei. Und doch wird manchem Kaarster mulmig bei dem Gedanken, zu später Stunde den Stadtpark durchqueren zu müssen. Deswegen hat die FDP-Fraktion angeregt, im Haushalt 2010 insgesamt 20 000 Euro für den Einsatz privater Sicherheitsdienste bereitzustellen, um das Sicherheitsempfinden der Kaarster nicht nur an dieser Stelle, sondern im gesamten Stadtzentrum zu stärken. "Nach verschiedenen Schlägereien im Park glauben wir, dass das Ordnungsamt alleine nicht in der Lage ist, das Sicherheitsempfinden der Bürger zu stärken", ist FDP-Fraktionschef Jörg Löhler überzeugt. Alleine durch ihre Anwesenheit wirkten Schwarze Sheriffs abschreckend.

Die Sozialdemokraten setzen auf Prävention

Doch dieses Vorhaben stößt im Haupt-, Wirtschafts- und Finanzausschuss (HWFA) auf heftigen Widerstand seitens der SPD. "Wir sind gegen den Einsatz Schwarzer Sheriffs", betonte Annelie Palmen. Diese hätten keine Befugnis, wirksam einzugreifen. "Stattdessen setzen wir auf Prävention." Durch den Einsatz von Sozialpädagogen und Streetworkern könne Gewalt verhindert werden. Palmen: "Wir glauben, dass dies die bessere Lösung ist."

Bürgermeister Franz-Josef Moormann bestätigte, dass es im Stadtpark zumindest im Rahmen von Kaarst Total zu Zwischenfällen gekommen sei. "Das waren Personen, die bewusst mit dem Ziel, Unfrieden zu stiften, nach Kaarst gekommen waren." Auch er ist überzeugt, dass alleine die Präsenz von Mitarbeitern privater Sicherheitsdienste subjektiv ein größeres Sicherheitsempfinden herbeiführen könnte. "Zumindest ist es legitim, diese Dinge eingehender zu erörtern."

Eine weitere Stelle im Ordnungsamt, die Moormann persönlich favorisieren würde, sei wegen der angespannten Haushaltslage nicht tragfähig. Daher habe die Verwaltung in Zusammenarbeit mit dem Ordnungsamt bei elf privaten Sicherheitsfirmen Preisanfragen gestartet. Sieben Firmen hätten geantwortet. "Die Stundenlöhne pro Person schwankten zwischen 15,17 und 35,70 Euro ohne Feiertags- und Nachtzuschläge", berichtet Moormann. In der Praxis könnten für die anvisierte Summe von 20 000 Euro zwei Wachmänner an jeweils drei Tagen für vier Stunden auf Streife gehen.

Am kommenden Donnerstag will der HWFA in seiner Sitzung über den Vorschlag der Liberalen abstimmen.

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