Die Bürgermeisterkandidaten stellten sich am Montag den Fragen der Gymnasiasten. Die freie Journalistin Birgit Wilms moderiert die Podiumsdiskussion in der gefüllten Aula der Schule.

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Die Schüler des Georg-Büchner-Gymnasiums in Vorst konfrontierten am Montag die Politiker mit konkreten Fragen zu lokalen Themen.

Die Schüler des Georg-Büchner-Gymnasiums in Vorst konfrontierten am Montag die Politiker mit konkreten Fragen zu lokalen Themen.

Uli Engers

Die Schüler des Georg-Büchner-Gymnasiums in Vorst konfrontierten am Montag die Politiker mit konkreten Fragen zu lokalen Themen.

Kaarst. Bei der Kommunalwahl am Sonntag dürfen viele Jugendliche zum ersten Mal ihre Stimme abgeben. Für die Schüler des Georg-Büchner-Gymnasiums (GBG) in Vorst gibt es eine Entscheidungshilfe: Am Montag stellten sich die Bürgermeisterkandidaten Robert Begerau (Die Grünen), Hanno Wilsch (FDP), der amtierende Bürgermeister Franz-Josef Moormann (CDU), Anneli Palmen (SPD), Norbert Drüecke (UWG) und Josef Karis (Zentrumspartei) den Fragen der Gymnasiasten.

Die freie Journalistin Birgit Wilms moderiert die Podiumsdiskussion in der gefüllten Aula der Schule. Den Gymnasiasten ist die Kommunalwahl offenbar nicht egal: Bei der Abstimmung per Handzeichen zeigen sich nahezu alle entschlossen, am Sonntag ihre Stimme abzugeben, rund etliche Schüler wissen sogar schon, welchen Kandidaten sie wählen wollen.

Dann wird es konkret: Ob eine Verbindungsstraße hinter der Römerstraße geplant ist und ob das freie Feld hinter der Grundschule bebaut werden soll, wollte ein Schüler wissen.

"Alles, was außerhalb der Ortsgrenzen gebaut wird, ist ein Skandal für die Umwelt und nicht vertretbar. Denn die Zahl der Einwohner wird geringer", so Begerau (Die Grünen). Wilsch von der FDP will sich nicht für ein klares "Nein" aussprechen und verweist auf bestimmte Fälle, in denen ein weiteres Wohngebiet notwendig ist, "wenn neue Bürger in die Stadt ziehen. So etwas muss man der Marktlage überlassen."

Bürgermeister Moormann (CDU): "Was die Umgehungsstraße betrifft, diese Diskussion hatten wir vor fünf Jahren im Rat, die Bevölkerung hat die Straße aus Lärmschutzgründen ablehnt. Generell muss man zwischen den wirtschaftlichen und den ökonomischen Beweggründen abwägen."

Eine Schülerin wünscht sich mehr Licht auf der B7. Doch keiner der Kandidaten kann ihr in diesem Punkt ein Wahlversprechen geben, da sie nicht für die B7 - eine Bundesstraße - zuständig sind.

Ein Aufregerthema: die Studiengebühren

Eine andere Schülerin hakt in Sachen Bildung nach: "Frau Palmen, Sie sagten, Sie wollen die Studiengebühren abschaffen. Wie wollen Sie das machen?"

"Von Kaarst aus kann ich nur auf Kindergartenebene für sozial gerechtere Bedingungen sorgen", sagt die SPD-Kandidatin, Studiengebühren hingegen seien Ländersache. Wilsch (FDP) spricht sich für ein Stipendiatensystem aus, damit die Gebühren nicht zur Bildungshürde werden. Es bleibt dabei: Die Kaarster Politiker entscheiden nicht direkt über die Studiengebühren.

Ein Schüler will wissen, wie die Politiker gegen das Aussterben des Einzelhandels entgegen wirken wollen. Moormann verweist auf das Kaufverhalten - "wir handeln nach dem Prinzip möglichst einfach und günstig" - und räumt ein, dass die Stadt nicht bestimmen kann, welche Geschäfte sich ansiedeln, und größere Firmenketten dazu neigen, sich am Ortsrand niederzulassen und damit die Kaufkraft aus dem Ortskern ziehen.

Souverän leitet Moderatorin Wilms die Diskussion. Die Journalistin weiß die Bürgermeisterkandidaten charmant aber deutlich zu unterbrechen, wenn einer der Politiker seine Redezeit zu überziehen oder vom Thema abzuschweifen droht.

So etwas führt bei den Gymnasiasten für begeisternden Applaus. Als etwa Karis (Zentrumspartei) Sticheleien gegen die CDU loslässt, kommentiert das ein Schüler mit der Frage: "Aus ihrem Parteiprogramm entnehme ich, dass Sie ein besseres Verhältnis der Parteien untereinander wollen, sind diese Sticheleien gegen die CDU also Teil dieser Sache?"

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