Der Bauhof wird ökologisch beheizt. Das überzeugt auch Arndt Klocke, Landesvorsitzender der Grünen.

Christian Gaumitz, Manfred Meuter, Arndt Klocke und Robert Begerau (v.l.) prüfen das Heizmaterial.
Christian Gaumitz, Manfred Meuter, Arndt Klocke und Robert Begerau (v.l.) prüfen das Heizmaterial.

Christian Gaumitz, Manfred Meuter, Arndt Klocke und Robert Begerau (v.l.) prüfen das Heizmaterial.

Marc Ingel

Christian Gaumitz, Manfred Meuter, Arndt Klocke und Robert Begerau (v.l.) prüfen das Heizmaterial.

Kaarst. Der Heiz-Kraftstoff der Zukunft duftet hocharomatisch, fühlt sich aber eher unspektakulär an. Seit Ende des vergangenen Jahres wird der komplette Wärmebedarf des Kaarster Bauhofs durch eine neue Holzhackschnitzelheizung gedeckt. "Der Rohstoff dazu ist reichlich vorhanden. Er wird uns praktisch frei Haus geliefert", erklärt Manfred Meuter, Technischer Beigeordneter.

Von der zukunftsweisenden Anlage ließ sich gestern auch Arndt Klocke begeistern, NRW-Chef der Grünen. Er war in Begleitung des Fraktionsvorsitzenden Christian Gaumitz, dem Bürgermeisterkandidaten der Grünen, Robert Begerau, und den Vorstandssprechern Claudia Köppe und Mark Michael erschienen, um sich über das neue Heizsystem und dessen Leistung zu informieren.

"Ein positiver Nebeneffekt: Es duftet ziemlich gut."

Arndt Klocke, Landesvorsitzender der Grünen

"Wir haben hier einen relativ jungen Wald", erklärt Meuter. Dennoch falle bei Rückschnitten genug Material an, das sich durch Häckseln in gut verheizbare Hackschnitzel verwandeln lasse. "Mit diesen Holzrückständen könnten wir den gesamten Wärmbedarf des Bauhofes decken. Auch im Winter." Und das will etwas bedeuten. Denn die nicht kleine Maschinenparkhalle muss auch im Winter konstant auf einer Temperatur von mindestens 8Grad gehalten werden.

116.500 Euro hat die Anschaffung und Installation der Anlage gekostet. Eine teurere Variante, als eine herkömmliche Gasheizung. Diese wäre mit knapp 60.000 Euro zu Buche geschlagen. Auf der Habenseite stehen jedoch die Folgekosten, bei denen die Holzhackschnitzelheizung die Gasheizung eindeutig schlägt.

"Bei ursprünglichen Berechnungen sind wir davon ausgegangen, dass sich die neue, teurere Anlage in vier bis fünf Jahren amortisiert hat", sagt Ralf Schumacher, Ingenieur für Umwelttechnik und bei der Stadt Kaarst Fachmann für Haus- und Gebäudetechnik. Dabei sei aber ein Ankauf des Brennmaterials zugrunde gelegt worden.

Hackschnitzel sind ein Nebenprodukt aus Holzabfällen von Sträuchern oder Bäumen. Bei einem relativ stabilen Holzpreis ergibt 1 Kilogramm Hackschnitzel eine Heizleistung wie etwa 0,4 Liter Heizöl. Der Nachteil: Es wird etwa dreimal so viel Lagerfläche benötigt und die Hackschnitzel müssen auf etwa 40 Prozent Feuchtigkeit herabgetrocknet werden.

"Wir gehen nun davon aus, dass sich die Anlage noch schneller rechnet", unterstreicht Meuter. Auch Arndt Klocke lobt die Technik und lässt eine handvoll Hackschnitzel von einem großen Haufen durch die Finger gleiten. "Ein positiver Nebeneffekt: Es duftet ziemlich gut."

Das eigentliche Herzstück der Anlage steht beinahe unscheinbar in einem Nebenraum der großen Fuhrparkhalle: der Brennkessel. Gut drei Kubikmeter groß und leuchtend orange gestrichen wirkt er nicht viel anders als ein herkömmlicher Heizkessel in einem größeren Gebäude.

Dicke Rohre mit Druckanzeigen laufen von ihm weg. Was den Unterschied ausmacht, ist die komplizierte Technik darin sowie die Klappe zum Befüllen. Und das Feuer, das eher gemächlich vor sich hinglimmt, dafür jedoch auch am gestrigen, relativ frühlingshaften Tag den kleinen Raum auf eine deutlich höhere Temperatur aufheizt. "Hier wird wirklich zukunftsweisend geheizt", freut sich der Grünen-Chef.

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