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Ein Bochumer Institut für Stadtentwicklung empfiehlt für Kaarst, mehr Projekte wie das an der Hubertusstraße in Büttgen anzugehen.

Ein Bochumer Institut für Stadtentwicklung empfiehlt für Kaarst, mehr Projekte wie das an der Hubertusstraße in Büttgen anzugehen.

Hogekamp

Ein Bochumer Institut für Stadtentwicklung empfiehlt für Kaarst, mehr Projekte wie das an der Hubertusstraße in Büttgen anzugehen.

Kaarst. Der Rhein-Kreis Neuss hatte beim Institut für Wohnungswesen, Immobilienwirtschaft, Stadt- und Regionalentwicklung InWIS in Bochum eine Wohnungsbedarfsanalyse in Auftrag gegeben. Malin Leidecker von InWIS stellte die Ergebnisse, die für die Stadt Kaarst von Interesse sind, jetzt im Planungsausschuss vor. Eins wird deutlich: Es könnte schlimmer kommen. Bis 2030 sieht das Institut eine Stagnation der Bevölkerungszahlen in Kaarst voraus, während es in anderen Kommunen des Kreises noch leicht bergauf gehen wird. Das liegt am demografischen Wandel und daran, dass Kaarst eine Stadt mit besonders vielen alten Menschen ist.

Preisniveau pro Quadratmeter ist in Kaarst mit 7,34 Euro relativ hoch

Leidecker sprach von einer „zunehmenden Dynamik beim Bau von Mehrfamilienhäusern“, was auch auf Kaarst zutreffe. Besonders gefragt seien Wohnungen bis 65 Quadratmeter, aber um die 100 Quadratmeter für Familien. Auch ältere Wohnungen im mittleren Preissegment und um die 80 Quadratmeter groß seien begehrt. „Mit einem durchschnittlichen Mietpreis von 7,34 Euro pro Quadratmeter ist das Preisniveau in Kaarst vergleichsweise hoch“, erklärte Leidecker. In Hinsicht auf den Sozialen Wohnungsbau hingegen sieht es nicht so gut aus in Kaarst. „Unter fünf Prozent der Wohnungen sind preisgebunden, in Jüchen und Neuss sind es jeweils über 15 Prozent“, erfuhren die Ausschuss-Mitglieder. Und sie erfuhren auch, dass es in Kaarst weniger Sozialhilfeempfänger gibt.

Leidecker bezifferte den Bedarf bis 2030 mit 1502 Wohnungen, das wären jährlich rund 107 neue Wohnungen. 2016 seien 129 Wohnungen fertiggestellt worden. Forciert werden müsse der Soziale Wohnungsbau, die Stadt müsse neue Akteure gewinnen. Es mache zudem Sinn, auch einfachere Wohnlagen zu entwickeln. Leidecker empfahl folgenden Mix: „Jeweils ein Drittel der neu zu bauenden Wohnungen sollte in Form von Einfamilienhäusern, Eigentumswohnungen und Mietwohnungen entstehen.“ Das Wohnen im Alter sowie die Quartiersentwicklung müsse in den Blick genommen werden.

Günter Kopp (FDP) erklärte: „Wir müssen überlegen, wie groß die Stadt werden soll.“ Anja Weingram (SPD) riet, verstärkt junge Leute anzulocken. „Wir könnten Studentenwohnungen anbieten.“ Reiner Milde (CDU) schlug eine kreisweite Wohnungstauschbörse vor. Zurzeit sei die Hürde, seine seit vielen Jahren bewohnte Immobilie zu verlassen, zu hoch. Lars Christoph (CDU) gab zu verstehen, dass es in der Praxis nicht so leicht sei, „das komplette Potenzial an Wohnbauflächen zu heben“. Das Gutachten sei daher sehr theoretisch.

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