Am Infobus stellen sich Mitarbeiter des Düsseldorfer Flughafens den Fragen der Bürger.

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Rüdiger Schupp vom Flughafen (2.v.l.) und Michael Ludwig von der Deutschen Flugsicherung (2.v.r.) diskutieren mit Besuchern des Busses.

Rüdiger Schupp vom Flughafen (2.v.l.) und Michael Ludwig von der Deutschen Flugsicherung (2.v.r.) diskutieren mit Besuchern des Busses.

Jan-Martin Altgeld

Rüdiger Schupp vom Flughafen (2.v.l.) und Michael Ludwig von der Deutschen Flugsicherung (2.v.r.) diskutieren mit Besuchern des Busses.

Kaarst. Halb eins sei es gewesen, ja, halb eins. Immer wieder nennt die Frau mit dem Fahrrad die Uhrzeit, zu der noch vor zwei Tagen ein großes und vor allem lautes Flugzeug über ihr Haus gedonnert sei - nachts versteht sich. Dennoch: Einem ausführlichen Gespräch mit Fachkräften des Düsseldorfer Flughafens sowie der Flugsicherung möchte sie sich nicht stellen.

Flugzeuge vom gleichen Typfliegenunterschiedlich laut

Reaktionen wie diese sind Rüdiger Schupp und Peter Nengelken vom Düsseldorf International, wie der Flughafen offiziell heißt, nicht fremd. Trotzdem suchen sie mit dem Infobus regelmäßig den Dialog zu den Bürgern, wie auch am Mittwoch auf dem Neumarkt.

Auch Michael Ludwig von der Deutschen Flugsicherung ist dabei. Dass man über das Thema Fluglärm auch mit der nötigen Sachlichkeit diskutieren kann, zeigt der Kaarster Bürger Gerhard Andratschke: "Ich habe festgestellt, dass verschiedene Flugzeuge vom selben Typ den Landeanflug unterschiedlich laut bestreiten."

Eine Beobachtung, die Michael Ludwig gerne bestätigt. "Verschiedene Flugzeuge gehen mit dem gleichen Flugzeugtyp unterschiedlich um", weiß auch er. Gespräche, in denen Piloten dazu angehalten wurden, bitte so leise wie möglich zu fliegen, hätten aber bereits Wirkung gezeigt, sagt der Fachmann. "Da arbeiten die Fluggesellschaften sehr stark mit."

Das Ehepaar Hans-Joachim und Erika Schulze merkt davon nach eigenen Angaben herzlich wenig. "Vor 23 Uhr lohnt es sich für uns nicht, ins Bett zu gehen", sagt Erika Schulze. Außer, man benutze Ohrstöpsel. Zwischen 22 Uhr und 23.30 Uhr sei der Fluglärm am schlimmsten.

Doch bereits im kommenden Jahr könnte sich die Lärmsituation in diesen Abendstunden verbessern, wie Michael Ludwig ankündigt. "Wir versuchen, ein neues Anflugverfahren einzuführen, den sogenannten kontinuierlichen Anflug. "Bei diesem System, das in Fachkreisen auch unter dem Begriff "Continuous Descent Approach" bekannt ist, steuert das Flugzeug in stets gleichmäßigem Sinkflug den Flughafen an.

Derzeit hingegen verringern die Maschinen ihre Flughöhe schrittweise. Zum Beispiel sinken sie 500 Meter, behalten diese Höhe eine Weile bei und sinken erneut. Beim kontinuierlichen Sinkflug hingegen, so der Hintergedanke, verbrauchen die Triebwerke weniger Leistung, weshalb sich auch der Lärm verringern soll.

Für den Flughafen Köln Bonn werde dieses Verfahren in den Abendstunden bereits mit Erfolg angewendet, sagt Ludwig. In Düsseldorf könnte es ab Frühjahr 2010 soweit sein. Speziell für Kaarst, so sagen die Vertreter der Flugsicherung und des Flughafens, habe sich der Flugverkehr verbessert. Ludwig: "Auf früheren Flugkarten war das Kaarster Autobahnkreuz gar nicht mehr zu erkennen, wegen der vielen Linien. Heute sieht man es hingegen gut."

Die Forderungen der Kaarster Gruppe von "Bürger gegen Fluglärm", das sogenannte erweiterte Nachtschutzgebiet müsse größer ausfallen, konnten nicht ausführlich thematisiert werden. Von der Kaarster Gruppe war keiner vor Ort.

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