Am Donnerstag wurde in Kaarst eine zehn Zentner schwere Fliegerbombe unschädlich gemacht.

Herbert Palmen (r.) zeigt Stephan Kudlaszyk, wo bei der Fliegerbombe der Zünder gesessen hat.
Herbert Palmen (r.) zeigt Stephan Kudlaszyk, wo bei der Fliegerbombe der Zünder gesessen hat.

Herbert Palmen (r.) zeigt Stephan Kudlaszyk, wo bei der Fliegerbombe der Zünder gesessen hat.

Marc Ingel

Herbert Palmen (r.) zeigt Stephan Kudlaszyk, wo bei der Fliegerbombe der Zünder gesessen hat.

Kaarst. Um 11.23 Uhr zückt Stephan Kudlaszyk, Mitarbeiter beim Ordnungsamt in Kaarst, erleichtert sein Handy und ruft beim Tower des Düsseldorfer Flughafens an: "Hat alles gut geklappt, die Bombe ist entschärft." Auch die Polizei kann Vollzug melden und die Sperrungen der Autobahn 57 zwischen den Autobahnkreuzen Kaarst und Meerbusch sowie der Landstraße 30 in Höhe der Broicherseite aufheben.

Am späten Mittwochnachmittag wurde bei Auskiesungsarbeiten in der Nähe des Kaarster Verkehrsübungsplatzes eine Zehn-Zentner-Fliegerbombe gefunden. Den Ordnungsbehörden blieb nur wenig Zeit, bis am Donnerstagvormittag ein Team für die Absicherung des Fundortes zusammenzustellen: Letztlich waren rund 45 Einsatzkräfte von Ordnungsamt, Polizei, Rettungsdienst und Feuerwehr vor Ort.

"Wenn der Zeitpunkt gekommen ist, bist du ganz alleine"

Einmal mehr mitten drin im Geschehen: Peter van Eck. Der Sprengmeister des Kampfmittelbeseitigungsdienstes der Bezirksregierung hat schon unzähligen Bomben den Garaus gemacht, "doch normaler Alltag wird dieser Job nie. Wenn der Zeitpunkt gekommen ist, bist du da unten ganz alleine. . ."

So war es auch am Donnerstag, als ein Schutzring über dem Zylinder die Entfernung des Zünders schwierig gemacht habe. "Hier in der Nähe wurden schon so einige Fliegerbomben gefunden, doch die hatten alle keine Zünder mehr", sagt van Eck, für den jedoch ein ganz anderer Umstand besonders bemerkenswert war: "Jetzt wohne ich schon so lange in Kaarst, und das war die erste Bombe in meiner Heimatstadt, die ich entschärfen musste."

Alles in allem sei der Einsatz von den Vorbereitungen her verhältnismäßig unspektakulär gewesen, erklärt Herbert Palmen, Leiter der Feuerwehr Kaarst. "In der unmittelbaren Gefahrenzone 500 Meter um die Fundort herum gibt es nur zwei Häuser. Die Bewohner wurden aufgefordert, ihre vier Wände nicht zu verlassen, das hat ausgereicht." Die Bahnlinie zwischen Krefeld und Neuss sei dagegen nicht betroffen gewesen, nur eine unterirdische Sauerstoff-Stickstoff-Leitung habe man aus Sicherheitsgründen kurz stilllegen müssen.

Hubschrauber kreist über der Bomben-Fundstelle

Die Fliegerbombe, so Feuerwehrsprecher Stefan Breitfeld, hätte mit ihre Sprengkraft früher im Falle einer Explosion "Panzer zerstören und Bunkerwände zum Einsturz bringen können". Blindgänger dieser Art würden immer eine Gefahr darstellen, da Zünder und Sprengmasse in der Regel noch funktionstüchtig seien.

Auch Thomas Kattner, Einsatzleiter der Polizei vor Ort, verlebte einen ruhigen Vormittag. "Wir haben dennoch zusätzliche Kräfte aus Neuss und Grevenbroich angefordert. Man muss alles im Blick haben, Straßen wie Wirtschaftswege. Daher wurde auch der Polizeihubschrauber eingesetzt." Und tatsächlich: Ein Vermessungsingenieur hatte von der bevorstehenden Entschärfung offenbar nichts mitbekommen, der Mann verursachte eine kurze Verzögerung des Einsatzes von fünf Minuten.

Herbert Palmen rechnet damit, dass man in absehbarer Zeit noch weitere Fliegerbomben in dieser Gegend finden wird. "An der Lauvenburg gab es einmal einen Behelfs-Flughafen der Nationalsozialisten, den die Alliierten unter Beschuss genommen haben. Da dürfte noch so einiges im Boden liegen."

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