Hubertuskapelle: Vier Kaarster Familien sammelten vor 30 Jahren Spenden und bauten dann das kleine Gotteshaus.

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Acht Leute passen in die kleine Kapelle hinter der Autobahn.

Acht Leute passen in die kleine Kapelle hinter der Autobahn.

Marc Ingel

Acht Leute passen in die kleine Kapelle hinter der Autobahn.

Kaarst. In der Nähe der A 52 wird am Mittwoch, 3. November, Geburtstag gefeiert. Etwas versteckt im Grünen steht dort die kleine Hubertuskapelle. Gerade mal acht Leute passen hinein, doch das Beachtliche an ihr ist ihre Geschichte.

Kapelle mit Glockenturm und neues Wegkreuz durch Spenden

Vier Kaarster Familien haben sich vor 30 Jahren überlegt, eine Kapelle zu bauen. Dazu gab es zwei Anlässe. Zum war wegen des Baus der Autobahn 52 ein altes Wegekreuz nicht mehr zu erreichen war. Zum anderen wollten die Erbauer für ihre lange Jahre zurückliegende Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft danken. "Die beiden Gründe haben meinem Vater und drei weiteren Familien genügt, um Spenden für ein neues Wegekreuz zu sammeln", erklärt Matthias Johnen.

Heinrich Palmen hat in seinem Gedicht zur Einweihung "Das Kreuz an der Linde" diese Gründe mit aufgenommen: "Doch rüttelte es ein paar Gläubige wach, die als Knaben schon betend zur Linde geschritten, die - dem Kriege entronnen - sich freuten und stritten."

Der Rückhalt in der Gemeinde war stärker als vermutet, und so kam genug zusammen, um das neue Kreuz und die Kapelle zu errichten. Später konnte so sogar noch der Glockenturm finanziert werden.

Mit dem Geld wurden allerdings nur die Materialien besorgt. Die Familien machten sich dann daran, die Kapelle selbst zu bauen. "Der eine fühlte sich für das Dachgeschoss zuständig, der andere für das Fundament", sagt Johnen. Auch Handwerker aus Kaarst packten in ihrer Freizeit mit an. "Ein schönes Ziel für Wanderer ist entstanden und auch ein Zufluchtsort."

Am Hubertustag kommen bis zu 50 Gläubige zur Messe

Von den Gründern der Kapelle lebt nur noch Hans Langenfels. Auf seinem Neuhof steht noch das alte Wegekreuz. Alle vier Familien kümmern sich im Wechsel um die Pflege der kleinen Kapelle. "Zu Weihnachten und Silvester läuten wir auch das neue Jahr ein", sagt Johnen. Ein Gottesdienst im Jahr findet vor der Kapelle statt. Immer am Hubertustag, dem Namenstag der Kapelle, finden sich 20 bis 50 Gläubige zu einer gemeinsamen Messe ein. "Wir bauen dann einen Altar draußen auf", sagt Johnen.

» Zur Kapelle: vom Parkplatz am Friedhof geht es am Neuhof vorbei und dann rechts über die Autobahnbrücke. Die Kapelle befindet sich direkt hinter der Brücke rechts.

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