Die Planungen der Stadt für das Gebiet Hüngert II sorgen bei den Gewerbetreibenden für Existenzängste.

Kaarst. "Wenn die Planung so kommt, dann bedeutet das das Ende für mein Autohaus in Kaarst - und auch für andere Gewerbetreibende im Holzbüttgener Osten", sagt Thomas Timmermanns, Geschäftsführer des gleichnamigen Autohauses.

Er und weitere Unternehmer aus Holzbüttgen sehen sich in ihrer Existenz gefährdet. Für sie ist die geplante neue Gümpgesbrücke und deren Anbindung an das Gewerbegebiet (siehe Kasten) "eine der schlimmsten Herausforderungen", sagt Timmermanns. Zudem fühlen sie sich von der Stadt bei der Planung übergangen und unzureichend informiert.

Denn die neue Planung sieht vor, dass sich die Verkehrsführung grundlegend ändert: Das Teilstück der Siemensstraße von der Kreuzung Hüngert bis zur Neersener Straße wird zur Sackgasse. "Das wird gravierende Auswirkungen für das bestehende Gewerbegebiet, aber auch für den Ortsteil Holzbüttgen haben", sagt Timmermanns.

Das sieht Edgar Jannott, der seit 45 Jahren in Holzbüttgen lebt, ganz genauso. "Wir werden von Kaarst abgeschnitten, wir verlieren die bisherige Zufahrt, die es seit 25 Jahren gibt", beklagt er. Stattdessen würden künftig die Menschen unter Überlandleitungen in ein Gewerbegebiet fahren.

"Das zerschneidet die Gemeinde Kaarst endgültig. Die Auswirkungen sind noch nicht jedem bewusst", sagt Jannott. Auch der Vorstand des Förderkreises Holzbüttgen ist besorgt: "Das Thema ist sehr vielschichtig und verändert je nach Durchführung den südlichen Teil von Holzbüttgen sehr", betont Franjo Rademacher.

Gümpgesbrücke soll für Radfahrer und Fußgänger geschlossen werden

Zusätzlich sorgt für Unmut, dass die jetzige Querung über den Nordkanal künftig nicht nur für Autos, sondern für Fußgänger und Radfahrer geschlossen und die nur über die neue Überführung geleitet werden. "Die Brücke muss so ausgelegt sein, dass es zu keinen Staus mehr kommt und dass der jetzige Übergang Gümpgesbrücke nicht völlig geschlossen wird.

Fußgänger und Radfahrer müssen Gelegenheit haben, weiter auf direktem Weg an der Gümpgesbrücke über den Nordkanal zu kommen. Eine völlige Schließung des Übergangs ist nicht gut", erklärt Rademacher.

Raumplaner und Architekt Walter Hafner, ebenfalls Holzbüttger, hat sich zu den Plänen der Stadt Gedanken gemacht und Alternativen erarbeitet: Die eine kommt ohne neue Brücke aus und sieht dafür eine veränderte Autobahnabfahrt vor. Zum anderen verlegt er die Trasse der neuen Brücke hin zur Siemensstraße.

Nicht nur die Gewerbetreibenden, auch der Förderkreis fordern von der Stadt eine Bürgerversammlung, um ihre Bedenken vorzutragen und öffentlich zu machen. Die Verwaltung hat gestern zugesichert, dass Anfang März eine solche stattfinden soll.

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