Dormagens Aufstiegsteam von 2008 trat gegen die aktuelle Handballmannschaft an.

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Die aktuellen und die ehemaligen Dormagener Spieler machten beste Werbung für den Handball. Fotos: H. Zaunbrecher

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Dormagen. Michiel Lochtenbergh setzte sein typisch spitzbübisches Grinsen auf. „Spaß“, sagte der 82-fache niederländische Nationalspieler im Brustton der Überzeugung, „Spaß hat das nicht gemacht“. Mit dieser Meinung stand der Linksaußen, der von 2003 bis 2012 das Dormagener Trikot getragen hatte, freilich ziemlich alleine im weiten Rund des TSV-Bayer-Sportcenters am Samstagabend.

Denn 775 Zuschauer und zwei Dutzend Handballer sahen das ganz anders. Die Aufstiegsspieler von 2008 bekamen trotz einer 26:31 (7:18)-Niederlage gegen das aktuelle, freilich nicht ganz komplette Aufstiegsteam schon während der 60 Minuten das Grinsen gar nicht mehr aus dem Gesicht. Auch wenn es manchem mit zunehmender Spieldauer doch recht schwer fiel. „Das werden wir alle bis Ende nächster Woche spüren“, prophezeite Torhüter Matthias Reckzeh seinen Teamkollegen mit Blick auf den zu erwartenden Muskelkater, den Peter Sieberger schon beim Gang in die Kabine zu spüren vermeinte: „Es geht schon los.“

Die Altstars ließen immer mal wieder ihr Können aufblitzen

Wie der frühere Abwehrchef und heutige Mannschaftsarzt des TSV Bayer Dormagen hatten die meisten „Altstars“ seit Jahren keinen Ball mehr in der Hand gehabt. Was ihrem Ehrgeiz vor allem angesichts eines happigen Pausenrückstands keinen Abbruch tat, im Gegenteil. Von 7:18 arbeiteten sie sich kontinuierlich bis auf 17:22 (46.) heran, ließen in mehr als einer Szene ihr immer noch vorhandenes technisches und taktisches Können aufblitzen. „Wir haben da ein bisschen das Tempo rausgenommen“, erklärte TSV-Trainer Ulli Kriebel den „Einbruch“ seiner Schützlinge mit einem breiten Grinsen. Die seien „sehr gut und vor allem sauschnell“, lobte sein Kollege Kai Wandschneider den aktuellen Kader des Zweitliga-Aufsteigers und bedauerte einmal mehr, dass Dormagen so weit von Wetzlar, seiner Arbeitsstätte seit sechs Jahren, entfernt liegt: „Der TSV wäre der ideale Kooperationspartner.“

Der 58-Jährige, wesentlich lockerer als in seinen zehn Dormagener Jahren, genoss den Abend in vollen Zügen. „Es ist einfach toll, was Knut und Jojo auf die Beine gestellt haben. Und dass fast alle ehemaligen Spieler gekommen sind, zeigt den einmaligen Charakter dieser 2008er-Mannschaft.“ Knut Kleinsorge, der ehemalige Pressesprecher des TSV Bayer, hatte die Idee zum „Jubiläumsspiel“, Torhüter Joachim „Jojo“ Kurth übernahm die Umsetzung.

Die weiteste Anreise hatten Mate Josza und Szabolcz Laurencz, die aus Budapest 13 Stunden per Kleinbus unterwegs waren. „Schade, dass man das nicht beliebig oft wiederholen kann“, stellte Jojo Kurth fest. Und ganz am Ende sah es dann auch Michiel Lochtenbergh ein: „Okay, ein bisschen lustig war es schon.“

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