Seit 40 Jahren besteht die Gruppe von 16 Personen.

Seit 40 Jahren besteht die Gruppe von 16 Personen.
Die Bläsergruppe probt einmal wöchentlich.

Die Bläsergruppe probt einmal wöchentlich.

Anja Tinter

Die Bläsergruppe probt einmal wöchentlich.

Kaarst. Wer montagabends die Gaststätte Johnen besucht und meint, auf dem Weg vom Parkplatz zur Eingangstür Hörner zu hören, unterliegt keiner Sinnestäuschung. Vielmehr probt nebenan in Johnens Tenne die Jagdhornbläsergruppe Kaarst. Derzeit 16 aktive Bläser und drei Anwärter treffen sich einmal wöchentlich, um Jagdsignale, aber auch Märsche und Fanfaren sowie ganze Messen einzustudieren.

Ein Jagdschein ist keine Voraussetzung fürs Horn spielen

Die Mitglieder der Gruppe, in der Mehrzahl Männer, bringen unterschiedliche musikalische Vorbildung mit. Ein- bis zweimal im Monat stößt darum Martin Lorenz zu dem Ensemble. Der erfahrene Musiker hat sich in der Führung und Ausbildung von Musik- und Fanfarenkorps einen guten Ruf erworben. „Martin Lorenz legt besonderen Wert auf den notengetreuen Vortrag und die Tonreinheit“, sagt der Vorsitzende Matthias Johnen. Diesmal aber feilt Ralf Dammer am Zusammenklang der einzelnen Stimmen. Schwierige Passagen werden Note für Note durchgegangen, Patzer korrigiert. Bis es endlich heißt: „Wunderbar. Nehmen wir genau so.“

Seit 40 Jahren besteht die Jagdhornbläsergruppe Kaarst, die 1976 vom heutigen Ehrenmitglied und langjährigen Vorsitzenden Martin Frey und Franz-Josef Wierichs gegründet wurde. Auf dessen Hof an der Broicherseite fanden viele Jahre die Proben statt. Im Laufe der Jahrzehnte hat die Truppe immer wieder an Wettbewerben teilgenommen. Oftmals erfolgreich, wie die Hornfesselspangen an einigen Instrumenten belegen. Als Mitglied des Hegerings spielen die Musiker auch auf Jubiläen, runden Geburtstagen und Beerdigungen von Jägern. Zusammen mit den Bläsern der Kreisjägerschaft Neuss wird jährlich im November die Hubertusmesse in verschiedenen Kirchen aufgeführt und gefeiert.

Ist das Jagdhorn als Verständigungsmittel noch zeitgemäß? Absprachen lasen sich per Handy doch wesentlich leichter treffen. „Der Handy-Empfang ist nicht überall gewährleistet“, gibt Johnen zu bedenken, „vor allem im Wald nicht.“ Immerhin üben die meisten Aktiven auch die Jagd aus. „Aber“, betont Matthias Johnen, „der Jagdschein ist keineswegs Voraussetzung, bei uns mitzumachen.“

Wer die Jagdhornbläser erleben möchte, hat dazu am 25. September beim Pfarrfest von St. Martinus Gelegenheit. Dann feiert die Formation ihren runden Geburtstag mit Gastkorps – gemeinsame musikalische Darbietungen sind dann natürlich inbegriffen. susa

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer