Zahl der Schüler ist angestiegen. Kauf des Gebäudes noch nicht verhandelt.

In der Internationalen Schule am Konrad-Adenauer-Ring werden Kinder aus 48 Nationen im Ganztag unterrichtet.
In der Internationalen Schule am Konrad-Adenauer-Ring werden Kinder aus 48 Nationen im Ganztag unterrichtet.

In der Internationalen Schule am Konrad-Adenauer-Ring werden Kinder aus 48 Nationen im Ganztag unterrichtet.

ISR

In der Internationalen Schule am Konrad-Adenauer-Ring werden Kinder aus 48 Nationen im Ganztag unterrichtet.

Neuss. Die Internationale Schule Neuss am Rhein (ISR) zeigt sich in ihrer Mitteilung zum Stand der Dinge überaus optimistisch. Mehr als drei Monate, nachdem die Schule den Insolvenzantrag stellen musste, gibt es eine Auffanggesellschaft, einen potenten Unterstützer und eine Schülerzahl von knapp 600 Kindern aus 48 Nationen. Was noch fehlt: eine Einigung von Stadt und ISR über das Grundstück samt Schulgebäude.

Schule konnte im Dezember Zahlungen nicht mehr leisten

Vor allem wegen der nicht ausreichenden Schülerzahl von etwa 550 Jungen und Mädchen – die Schule benötigt auf Dauer etwa 100 Kinder mehr – konnte die ISR im Dezember die „Pachtzahlungen“ von 100 000 Euro im Monat nicht mehr leisten. Diese Zahlungen, die über die eigens dafür gegründete Schule am Stadtwald GmbH (SAS, Gesellschafter: Stadt und Kreis) abgewickelt werden, sollen über 20 Jahre die Baukosten und Zinsen abtragen. Stadt und Kreis bürgen für die Zahlungen, seit Dezember sind sie nun statt der Schule in der Pflicht. Etwa 58 000 Euro zahlt seitdem allein die Stadt.

Auch Zahlungen aus einem Instandhaltungs- und Wartungsvertrag, den die SAS mit einem Dienstleister abgeschlossen hat und die – bis Dezember – die Schule übernommen hatte, kommen nun in monatlich fünfstelliger Höhe auf Stadt und Kreis zu. Zudem ist die städtische Einlage in die Schulbetreibergesellschaft in Höhe von 750 000 Euro wohl im wahrsten Sinne des Wortes abzuschreiben.

Das bestätigt auch Insolvenzverwalter Georg Kreplin. Er führt das Verfahren noch in der vorläufigen Form. Das werde wohl auch bis zum Sommer oder darüberhinaus so bleiben, sagt er.

Zum 1. August übernimmt die Auffanggesellschaft ISR gGmbH den Schulbetrieb. Bis dahin, sagt Kreplin, sei der Betrieb auch durch die zusätzlichen Zahlungen der Eltern und die Leistungen des Unterstützers Peter Soliman aus Meerbusch, der Millionen investieren will, gesichert. „Das sieht alles sehr gut aus“, so der Insolvenzverwalter.

Die Internationale Schule am Rhein in Neuss / International School on the Rhine wurde 2003 gegründet; 2007 bezog sie den 18 Millionen Euro teuren Neubau am Konrad-Adenauer-Ring. Die Schule ist anerkannte Ergänzungsschule. Unterrichtet wird im Ganztag nach dem Konzept von SABIS Educational Systems (USA). Unterrichtssprache ist Englisch.

Derzeit hat die Schule nach eigenen Angaben fast 600 Schüler aus 48 Nationen. Die Eltern zahlen je nach Klassenstufe ein Schulgeld von 11 000 bis 16 600 Euro jährlich.

So sieht es auch Kerstin Dahmen, Mutter dreier Kinder an der Schule und Mitarbeiterin im ISR-Marketing. Nicht eine Stunde Unterricht sei ausgefallen, an keinem Tag habe es weniger Schüler als bei der Insolvenzanmeldung gegeben, und zum Tag der offenen Tür seien 1200 interessierte Besucher gekommen.

„Die noch laufenden Verhandlungen mit der Stadt Neuss hinsichtlich Kauf des Schulgebäudes werden kurzfristig abgeschlossen.“
Aus der ISR-Mitteilung

Als „letzter kleiner Schritt“ fehle jetzt noch die Einigung mit der Stadt über das Schulgebäude: „Wir gehen davon aus, dass die Verhandlungen bald abgeschlossen sind.“

Die aber haben noch gar nicht begonnen. Bei der Stadt, der das Grundstück und damit auch das Gebäude gehört, wartet man auf die Bewertung des stadt-unabhängigen Gutachterausschusses. „Das Gutachten gibt die Untergrenze vor. Bevor das nicht auf dem Tisch liegt, können wir nicht verhandeln“, sagt Stadtkämmerer Frank Gensler.

In welchem Umfang die Stadt die bereits entstandenen und noch entstehenden Kosten auf den Preis aufschlagen wird, ist offen. Auch die Frage, ob die seit Jahren für die Schule unentgeltliche Nutzung des Grundstücks „in Rechnung“ gestellt wird, ist nicht entschieden. Schließlich hat auch die Politik noch mitzureden.

Der Insolvenzverwalter, der an diesen Verhandlungen nicht beteiligt ist, hat dennoch eine Meinung dazu: Die Stadt täte gut daran, den Bogen nicht zu überspannen, sagt Georg Kreplin.

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