Eine Session wie im Rausch. Mit dem Kappeszug am Sonntag steht den Regenten Christian I. und Stephanie II. das Schönste noch bevor.

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So schön kann es sein: Christian I. und Stephanie II. grüßen ihr Narrenvolk.

So schön kann es sein: Christian I. und Stephanie II. grüßen ihr Narrenvolk.

Marc Ingel

So schön kann es sein: Christian I. und Stephanie II. grüßen ihr Narrenvolk.

Neuss. Prinz Christian I. und Novesia Stephanie II. Pieper geht die Puste noch lange nicht aus. Im Gespräch mit der WZ erzählen sie, wie sie die Atmosphäre an Altweiber genossen haben, warum der Karneval in Neuss so familiär ist und was sie an der Session besonders mochten.

Was halten Ihre Kinder, Angelina (10) und Giuliana (6), von ihren Eltern als Neusser Prinzenpaar?

Novesia: Die sind unheimlich stolz. An ihrer Schule hat sich das schnell herumgesprochen. Und jetzt sind sie selbst so ein bisschen die kleinen Prinzessinnen.

Wie sind Sie eigentlich Karnevalsprinz geworden?

Prinz: Ich hatte schon als Kind den Traum, einmal Prinz zu sein. Irgendwann habe ich dann angefangen, mich zu informieren, wie ich das anstellen kann. Aber den Ausschlag gaben meine Eltern, die sofort gesagt haben „Junge, macht das. Wir passen dann auf die Kinder auf.“ Dann bin ich das Unternehmen „Prinz“ konkret angegangen.

Novesia Stephanie Pieper (33) hat als Tanzmariechen angefangen.

Wer war der Held Ihrer Kindheit?

Pippi Langstrumpf.

Wie lautet Ihr Lebensmotto?

Immer positiv denken.

Welche Leistung bewundern Sie am meisten?

Jede Leistung, die ehrlich und authentisch ist.

Worüber können Sie besonders lachen?

Über die Spontaneität der Kinder.

Was finden Sie überflüssig?

Neid und Missgunst.

Was ist Ihr Lieblingsbuch?

Ein Jugendbuch: „Bummi, bleib wie du bist“ von Martha Schlinkert.

Was ist für Sie der höchste Genuss?

Zeit mit der Familie zu verbringen.

Wofür geben Sie zu viel Geld aus?

Für Kinderkleidung und Schuhe.

Welchen Traum haben Sie noch?

Dass unsere Kinder glücklich werden und den passenden Partner finden.

Welchen Tipp haben Sie für Neuss-Besucher?

Die Raketenstation und die Insel Hombroich.

Christian Pieper (30) führt eine Firma im Bereich Medien- und Veranstaltungstechnik.

Wer war der Held Ihrer Kindheit?

Knight Rider.
Wie lautet Ihr Lebensmotto?

Das Glas ist halb voll und nicht halb leer.
Welche Leistung bewundern Sie am meisten?
Alle Leistungen, die soziales Engagement auszeichnet.
Worüber können Sie besonders lachen?
Och, ich nehme den ein oder anderen schon gern mal aufs Korn. Solange man niemanden verletzt, ist alles gut.
Was finden Sie überflüssig?

Gummibärchen (Novesia ergänzt: Ja, weil du mehr der Schokoladentyp bist!)
Was ist Ihr Lieblingsbuch?
Thriller wie „Illuminati“ von Dan Brown oder auch Werke von Ken Follett.
Was ist für Sie der höchste Genuss?

Ich bin ein Genussmensch. Schokolade, Schnitzel, Steak, Burger. . .
Wofür geben Sie zu viel Geld aus?

Für Elektronik.
Welchen Traum haben Sie noch?

Eine Reise nach Amerika, auf der ich alle Achterbahnen testen kann.
Welchen Tipp haben Sie für Neuss-Besucher?

Neuss spricht für sich selbst.

Hatten Sie etwas Besonderes für die Session geplant?

Prinz: Nein, wir sind das sehr spontan angegangen. Auch die Idee von meinem gemeinsamen Lied mit den Fetzern, „Wenn ich träum in der Nacht“, hat sich erst durch die gemeinsamen Auftritte entwickelt.

Der Düsseldorfer Prinz Thomas Puppe hat ja mal gesagt, man müsse als Prinz eine echte Rampensau sein. Würden Sie das unterschreiben?

Prinz: Also als Rampensau würde ich mich nicht bezeichnen. Ich bin einfach ein fröhlicher und lustiger Mensch. Jeder, der mich kennt, würde sagen, dass ich auf der Bühne genau derselbe bin wie davor. Meine Persönlichkeit ändert sich nicht, nur weil die Einmarschmusik erklingt.

Was waren denn bislang die größten Momente in der Session?

Novesia: Da waren so viele unglaublich beeindruckende Momente, da kann ich keinen hervorheben. Prinz: Das sehe ich auch so. Aber die Proklamation, die habe ich schon als sehr ergreifend erlebt. Der Neusser Karneval ist einfach wunderbar familiär.

Wo gab es denn am meisten zu lachen?

Novesia: Definitiv bei unseren Kindern. Die haben einen Witz und eine Spontaneität, das haut mich immer wieder um. Prinz: Allein, was wir bei den Autofahrten zwischen den Terminen gelacht haben. Aber ich darf nicht zu viel verraten, da es immer heißt: Was hier im Auto passiert, bleibt auch im Auto. Nur so viel: Wenn mein Adjutant auf meinem Zepter Luftgitarre spielt, hat das schon was.

Gab es auch mal Tage, an denen Sie weniger Lust hatten, zu einem Termin zu fahren?

Prinz: Nein, absolut nicht. Das hat mich selbst überrascht. Ich hatte da vor der Session auch Bedenken. Was machst du, wenn du mal schlechte Laune hast? Aber es gab tatsächlich keinen einzigen Tag, an dem ich keine Lust hatte, ins Auto zu steigen. Ein Helau auf Knopfdruck gibt es nicht. Man ist immer mit dem Herzen dabei. Novesia: Selbst wenn mal was schief gelaufen ist. Sobald ich warm geduscht und mich umgezogen hatte, war die gute Laune wieder da. Bei den Auftritten wird einfach Adrenalin pur ausgeschüttet.

Wo haben Sie beide sich eigentlich kennengelernt?

Prinz: Das war in der Düsseldorfer Altstadt, im Oberbayern beim Tanz in den Mai. Den ersten Kuss haben wir uns in der Gaststätte „Holzwurm“ auch auf der Düsseldorfer Bolkerstraße gegeben.

Prinz im Karneval ist einer der Träume, den man als Neusser träumt. Wie sieht es denn mit der Würde des Schützenkönigs aus?

Prinz (schaut zu seiner Novesia): Man soll nie nie sagen. Natürlich wäre das wunderbar. Aber jetzt genießen wir erstmal in vollen Zügen die letzten Tage unserer Session.

Glauben Sie, dass Sie nach den tollen Tagen in ein emotionales Loch fallen werden?

Novesia: Nein, dafür geht ja dann im Verein wieder los. Natürlich wird es ruhiger, aber das ist auch gut so. Wir hatten ja dann unsere wunderschöne Zeit.

Gibt es etwas, was Sie während ihrer Regentschaft aufgeschoben haben?

Novesia (lacht): Ja: Unsere kirchliche Hochzeit. Die schieben wir seit zehn Jahren auf, aber jetzt ist sie wirklich fest eingeplant.

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