Jörg Geerlings (CDU), seit Mai 2010 Landtagsabgeordneter, zum Erscheinungsbild der Partei.

Jörg Geerlings vor dem Neusser Rathaus.
Jörg Geerlings vor dem Neusser Rathaus.

Jörg Geerlings vor dem Neusser Rathaus.

Marc Ingel

Jörg Geerlings vor dem Neusser Rathaus.

WZ: Herr Geerlings, acht Monate sind seit der Landtagswahl vergangen. Täuscht der Eindruck, dass sich die CDU-Fraktion nach der Wahlniederlage immer noch „sortiert“ und politisch kaum in Erscheinung tritt?

Geerlings: Wir haben lange gebraucht, um uns in die Oppositionsrolle einzufinden. Viele sind unter Umständen zu lange davon ausgegangen, dass es eine große Koalition geben könnte.

WZ: Aber auch das ist lange vorbei.

Geerlings: Ja. Wir könnten durchaus profilschärfer agieren. Zum Beispiel beim Thema Schule. Es muss klar werden, für was wir eigentlich stehen. Gut, dass es dazu im März einen Landesparteitag geben wird.

WZ: Ihr Vorsitzender Norbert Röttgen tritt öffentlich kaum in Erscheinung. Ist das im Innenverhältnis anders?

Geerlings: Er ist gelegentlich in der Fraktion und wirkt über den Vorstand. Aber natürlich wird er vor allem als Bundesumweltminister wahrgenommen. Ja, er muss zusehen, dass er mehr und schärfer als Landesvorsitzender in Erscheinung tritt.

WZ: Sie waren bei der ersten Abstimmung, als die CDU eine Mehrheit hätte erreichen können, nicht da – so wie Jürgen Rüttgers. Hat das Folgen gezeigt?

Geerlings: Ich habe entschuldigt für einen abendlichen Wahlkreistermin gefehlt und hatte die Info, dass es für uns keine Mehrheit geben würde. Das war bedauerlich, aber erklärbar. Aber es gilt: Wenn’s drauf ankommt, bin ich da.

WZ: Prognose: Gibt es in diesem Jahr Neuwahlen in NRW? Oder ist die CDU froh, wenn sie das vermeiden kann?

Geerlings: Neuwahlen? Das steht in den Sternen. Ich persönlich bin jederzeit kampfesbereit. Und sollte eine Fraktion einen Antrag auf Neuwahlen stellen, können wir wohl kaum dagegen sein.

WZ: Der NRW-CDU käme also ein Jahr ohne Wahl nicht entgegen?

Geerlings: Ich für meinen Teil sehe das so: Wir müssen alles für eine Abwahl der Regierung tun.

WZ: Neuwahlen wären bei einem gescheiterten Haushalt 2011 unvermeidlich. Glauben Sie, dass die rot-grüne Landesregierung eine Mehrheit finden wird?

Geerlings: Der Haushalt 2011 wird mit Unterstützung der Links-Fraktion beschlossen. Ob er verfassungsgemäß sein wird, ist bei der Verschuldung ja wieder eine andere Frage. So wie der Nachtragshaushalt 2010 . . .

„Schwerpunkt meiner Arbeit ist Neuss.“

Jörg Geerlings

WZ: Dagegen hat die CDU geklagt. Welche Entscheidung erwarten Sie?

Geerlings: Ich vermute, der Nachtragshaushalt wird für verfassungswidrig erklärt. Staatsrechtliche Konsequenzen wird das leider nicht haben.

WZ: Mit Kopf. Mit Herz. Neusser, ist das Motto auf Ihrer Homepage. Was geht vor: Landes- oder Kommunalpolitik?

Geerlings: Die kommunalen Aufgaben bleiben, die Aufgaben in der Landespolitik kommen zusehends dazu. Der Schwerpunkt meiner politischen Arbeit ist Neuss. Aber ich will natürlich auch Landespolitik gestalten.

WZ: Wird es 2015 einen Bürgermeister-Kandidaten Jörg Geerlings geben?

Geerlings: Ich unterstütze meinen Bürgermeister Herbert Napp, damit er sein Amt in seiner noch lange dauernden Amtszeit bestens ausfüllen kann.

WZ: Das ist keine Antwort auf die Frage.

Geerlings: Die Frage ist nicht beantwortet. Richtig.

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