Trotz eines Wechsels der ausführenden Baufirma sind die Arbeiten an der Neersener Straße im Zeitplan.

Trotz eines Wechsels der ausführenden Baufirma sind die Arbeiten an der Neersener Straße im Zeitplan.
Die Baustelle aus der Luft: Die Widerlager links und rechts der Neersener Straße sind bereits fertiggestellt.

Die Baustelle aus der Luft: Die Widerlager links und rechts der Neersener Straße sind bereits fertiggestellt.

Lothar Berns

Die Baustelle aus der Luft: Die Widerlager links und rechts der Neersener Straße sind bereits fertiggestellt.

Kaarst. Gerd Witte ist stresserprobt. Der 64-Jährige ist Oberbauleiter bei der Planungsgruppe Skribbe-Jansen aus Münster. Die sogenannte Ohrenbrücke über die Neersener Straße, die das Gewerbegebiet Hüngert erschließen soll, könnte eines seiner letzten Projekte sein. Nachdem die in finanzielle Schwierigkeiten geratene Baufirma durch eine andere ersetzt wurde, läuft alles wie am Schnürchen. Das jetzt tätige Unternehmen hatte bei der Ausschreibung ein ähnlich günstiges Angebot abgegeben, ist aber laut Witte größer und leistungsfähiger. Während bis jetzt hauptsächlich jede Menge Beton in Stützpfähle und die beiden Widerlager geflossen ist, wird das Brückenbauwerk bereits im April konkret Gestalt annehmen.

„Mitten auf der Neersener Straße wird ein riesiger Kran stehen.“

Gerd Witte, Oberbauleiter, zum Brückenschlag, der im April erfolgen wird

Die Herstellung der mächtigen Brückenwiderlager sowie die Tiefgründungen mit Bohrpfählen ist abgeschlossen. Gerd Witte nennt in diesem Zusammenhang beeindruckende Zahlen: „In den beiden Widerlagern sind zusammen rund 520 Kubikmeter Beton verbaut worden. Darunter wurden als Fundamente dieser Widerlager jeweils 100 Kubikmeter Beton verarbeitet.“ Die Tiefgründungen sind ebenfalls bereits erfolgt. Es wurden vier Betonpfeiler gegossen, die 15,25 Meter tief im Boden stecken und einen Durchmesser von rund 1,80 Meter haben. „Die Pfahlkopfplatten werden zurzeit eingeschalt und gegossen – sie sind eine Art Fundament zwischen dem unterirdischen Gründungspfahl und dem Pfeiler“, erklärt Witte.

Worauf er sich schon freut: „Die Überbaumontage erfolgt voraussichtlich im April.“ Ein großer Moment, ist doch dann ein wesentlicher Baufortschritt erreicht. Witte geht davon aus, dass diese Arbeiten mindestens drei Tage dauern werden. Und dass sie zu erheblichen Verkehrsstörungen führen werden – die Regiobahn kann die Baustelle beispielsweise während dieser Zeit nicht passieren. Die Regiobahn-Gesellschaft möchte die Gelegenheit nutzen, Gleisarbeiten vornehmen zu lassen.

Fertigbauteile werden in drei Schritten zusammengefügt

„Mitten auf der Neersener Straße wird dann ein riesiger Kran stehen“, weiß Witte. Die Fertigbauteile sind bis zu 25 Meter lang und werden mit einem Schwerlasttransporter herbeigeschafft. Nachdem diese Teile in drei Schritten – zunächst bis zum Nordkanal, dann über das Gewässer und anschließend über die Bahnschienen – montiert sind, ist die Brücke auch als Brücke erkennbar. Anschließend wird die Neersener Straße an das Brückenbauwerk angepasst, der Radweg wird um den Betonpfeiler herumgeführt. Auf einen Termin möchte Witte sich nicht festlegen.

Die Technische Beigeordnete der Stadt Kaarst, Sigrid Burkhart freut sich, dass der Zeitplan bislang eingehalten werden konnte. Neben dem Brückenbauwerk ist die K 37 n ein weiteres Thema: „In der Sitzung des Bau- und Umweltausschusses am 27. Januar werden wir den Ausführungsplan für das Begleitgrün entlang der 1400 Meter langen Straße und rund um die Brücke vorstellen“, kündigt Burkhart an und fügt hinzu: „Was wir da machen werden, geht deutlich über das hinaus, was sonst üblich ist.“ Sie spricht von „Staudenbewuchs mit unterschiedlichen Farbgebungen zu den verschiedenen Jahreszeiten“. Bereits im Frühjahr soll mit den Pflanzungen begonnen werden.

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