Gestern Vormittag gab es eine Aktion vor den Toren von Pierburg.

Nihat Öztürk zeigte sich bei seiner Kundgebungsrede auf der Pierburg-Brücke kampfbereit.
Nihat Öztürk zeigte sich bei seiner Kundgebungsrede auf der Pierburg-Brücke kampfbereit.

Nihat Öztürk zeigte sich bei seiner Kundgebungsrede auf der Pierburg-Brücke kampfbereit.

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Nihat Öztürk zeigte sich bei seiner Kundgebungsrede auf der Pierburg-Brücke kampfbereit.

Neuss. An den roten Fahnen vorbei finden seine Augen die Silhouette der Quirinuskirche am stadtseitigen Ufer. „Ein herrlicher Blick auf unser Münster“, sagt Nihat Öztürk (61), „wir haben uns einen der schönsten Plätze für unsere Kundgebung ausgesucht.“ Wenige Minuten später ist Öztürk, seit zehn Jahren als Erster Bevollmächtigter der IG Metall Düsseldorf-Neuss, wieder im Kampfmodus: „2,1 Prozent verteilt auf 24 Monate sind kein Angebot, sondern eine Provokation.“ Im laufenden Tarifstreit der Metallindustrie liegen Forderung und Angebot noch weit auseinander. Die Gewerkschaft fordert fünf Prozent Lohnerhöhung, die Arbeitgeber boten ursprünglich 0,9, nun 2,1 Prozent mehr.

Arbeitgeber halten Muskelspiel der Gewerkschaft für „völlig unnötig“

Die letzten Worte der Öztürk-Rede gehen im Lärm der Trillerpfeifen und der „Wir-wollen-fünf-Prozent“-Rufe der mehr als 500 Gewerkschafter unter. Warnstreiks begleiten die aktuellen Tarifverhandlungen. Freitag bei Alu Norf, Montag bei Hydro in Grevenbroich und gestern vor den Toren von Pierburg in Neuss, am Fuße der Brücke über das Hafenbecken I. Bis zum 12. Mai, dann ist in Köln die nächste Runde der Tarifverhandlungen terminiert, sind im Rhein-Kreis keine weiteren Warnstreiks geplant. Sagt Öztürk. „Wir haben eindrucksvoll gezeigt, dass wir kampfbereit sind“, sagt der IG-Metall-Anführer.

Geht es nach den Arbeitgebern, so ist das Muskelspiel der Gewerkschaft „völlig unnötig“. Hartmut Schmitz, Hauptgeschäftsführer der Unternehmerschaft Metall- und Elektroindustrie Niederrhein sieht die „weltweit anerkannte Lieferverlässlichkeit und -treue deutscher Unternehmen“ gefährdet: „Warnstreiks machen einen Tarifabschluss nicht leichter.“

Der Warnstreik legte gestern Vormittag nach Angaben der IG Metall drei Stunden die Produktion lahm. Am Warnstreik beteiligten sich Mitarbeiter der Betriebe Pierburg, Steeltec, Schmolz & Bickenbach, Schindler, Goodrich, AVL, Rheingetriebe, BenHil, SIG, Novar, Ruhfus.

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