Neuss gewann 10:9 in Kahlenberg und kommt dem Hallenhockey-Bundesliga-Verbleib näher.

Neuss gewann 10:9 in Kahlenberg und kommt dem Hallenhockey-Bundesliga-Verbleib näher.
Die Spieler des HTC Neuss schwören sich aufs Spiel ein.

Die Spieler des HTC Neuss schwören sich aufs Spiel ein.

Woitschützke

Die Spieler des HTC Neuss schwören sich aufs Spiel ein.

Neuss. Nein, sagt Matthias Gräber, eine Vorentscheidung sei damit noch nicht gefallen im Kampf um den Verbleib in der Hallenhockey-Bundesliga. Doch verschlechtert haben seine Schützlinge ihre Ausgangsposition durch den 10:9-Sieg (Halbzeit 3:4) des HTC Schwarz-Weiß Neuss am späten Donnerstagabend beim Kahlenberger HTC sicher nicht. Das gibt auch der Trainer zu. „Normalerweise sollte ein Sieg im Rückspiel reichen“ – das steht am 21. Januar, dem letzten Spieltag, ab 14 Uhr in der heimischen Stadionhalle auf dem Programm. Doch was ist im Hallenhockey schon normal? Deshalb ist auch Gräber klar, „dass wir auch in den anderen Spielen alles geben müssen, auch wenn die anderen Mannschaften leistungsmäßig ein ganzes Stück weit weg sind.“ Schließlich könnte den Kahlenbergern ja noch eine Überraschung gelingen, an der sie am vergangenen Samstag bei ihrer 7:8-Niederlage gegen den Düsseldorfer HC lange schnupperten.

HTC Schwarz-Weiß Neuss holte einen 2:4-Rückstand auf

Und die restlichen Partien einfach „abschenken“ geht auch deshalb nicht, weil bei Punktgleichheit (die Kahlenberg mit einem Sieg im Rückspiel herstellen könnte) das Torverhältnis ausschlaggebend ist. In dem ist Neuss momentan klar besser (23:39/26:52), „aber wir haben ja auch noch das Nachholspiel in Mülheim“, gibt Gräber zu bedenken. Und die Uhlenhorster hatten ihrem Lokalrivalen mit dem 14:4-Sieg ein sattes Minus von zehn Toren eingebrockt.

Torreich, turbulent und „nervenaufreibend“ (Gräber) ging es auch am Donnerstagabend vor 380 Zuschauern in der Harbecke-Sporthalle zu. Dass die Hausherren nach 24 Minuten mit 4:2 vorne lagen, entsprach laut Gräber nicht dem Spielverlauf: „Wir waren eigentlich besser, haben aber unsere Torchancen nicht genutzt, weil wir im gegnerischen Schusskreis viel zu hektisch waren.“ Das legte sich erst nach der Pause. Nachdem Ivo Otto zum 5:5 (41.) getroffen hatte, „haben wir so gespielt, wie ich mir das vorstelle. Da haben wir den Ball auch mal über mehrere Stationen laufen lassen und unsere Einschussmöglichkeiten wirklich herauskombiniert“, sagt der Trainer. Lohn des Ganzen: Dank Cedric Heimbach (2) und Philipp Weide setzten sich die Gäste bis auf 8:5 (48.) ab.

„Dann haben wir wohl zu früh gedacht, das Ding sei entschieden“, sagt Gräber selbstkritisch. Kahlenberg kämpfte sich heran, auch nach Sebastian Draguhns 9:7 (51.) wurde es noch einmal eng. Kevin Kleine-Klopries gelang schließlich per Siebenmeter der Ausgleich (9:9, 55.). Und dann „schnappt sich unser linker Verteidiger Carsten Merge die Kugel und zeigt mit seinem Sololauf, bei dem er auch noch den Torhüter ausspielt, unseren Stürmern, wie es gemacht wird“, schildert Gräber die entscheidende Szene vier Minuten vor Schluss.

Der Rest war eine reine Abwehrschlacht. „In der hatten wir sicherlich auch ein bisschen Glück“, gibt der Neusser Trainer zu, „aber insgesamt war der Sieg verdient.“ Und historisch dazu: Es war der erste Erstliga-Sieg seit dem 22. Januar 2016 (9:6 über SW Köln). Auf dem Feld liegt dieses Ereignis noch länger zurück – am 27. April 2014 mit 5:1 beim Gladbacher HTC.

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