Hallenhockey-Bundesligist aus Neuss verliert Derby in Düsseldorf knapp mit 5:6.

Neuss. Der HTC SW Neuss geht mit einem Vorsprung von sechs Punkten und 23 Toren auf den Abstiegsplatz in die drei letzten Saisonspiele der West-Staffel der Hallenhockey-Bundesliga. „Wenn mir das vorher jemand gesagt hätte, hätte ich das sofort genommen“, sagt Trainer Matthias Gräber.

Doch es wäre sogar noch mehr drin gewesen für den Aufsteiger. Im Derby beim Düsseldorfer HC am Mittwochabend hielt Neuss nämlich prächtig mit. Dass für Schwarz-Weiß am Ende eine 5:6 (1:1)-Niederlage stand, fühlte sich für den HTC-Coach auch am Tag danach „immer noch schlecht an“. Denn über 56 der 60 Minuten Spielzeit bescheinigte er seiner Mannschaft eine starke Verteidigungsleistung. „Aber zwischendurch kriegen wir fünf Tore in vier Minuten. Unerklärlich!“

HTC-Trainer Gräber spricht von einem irregulären Tor

Als Schlüsselszene machte Gräber eine Aktion in der 41. Minute aus: „Der Ball läuft in die Ecke unseres Schusskreises, wo ihn Dominic Giskes ins Zentrum auf Raphael Hartkopf passt. Der macht das 3:2 für den DHC, stützt dabei aber das ganze Körpergewicht auf seinem Handschuh ab und verstößt damit gegen die Drei-Punkte-Regel. Das Tor hätte also nicht zählen dürfen“, sagt Gräber.

Für die insgesamt fünf Gegentreffer von Raphael Hartkopf (3), Dominic Giskes und Max Silanoglu von der 41. bis zur 44. Minute zur 6:2-Führung für die Gastgeber ließ Gräber indes keine Entschuldigung gelten. „So etwas geht gar nicht. Das kannst du dir noch nicht mal in der 2. Liga leisten. Das hatte so ein bisschen Trainingsspielcharakter.“ Der vom DHC eiskalt ausgenutzte kollektive Blackout ist umso rätselhafter, weil der starke Philipp Weide die Schwarz-Weißen zu Beginn der zweiten Hälfte erstmals in Führung geschossen hatte (2:1/34.). Bis dahin verteidigte der Neuling konzentriert, hatte in Jonas Radeke einen guten Rückhalt im Kasten und zudem „das nötige Quäntchen Glück“, räumte Gräber ein. Und weil Cedric Heimbach per Strafecke (6.) nach Dominic Giskes Führungstreffer (3.) der Ausgleich gelungen war, war in Hälfte eins alles im grünen Bereich.

An diesem Wochenende haben die Neusser spielfrei

Nach dem 2:6 eröffneten die beiden an diesem Wochenende mit Polen bei der Hallen-Europameisterschaft im belgischen Antwerpen tätigen Nationalspieler Tomasz Górny (3:6/48.) und Philipp Weide (4:6/54.) die Aufholjagd des HTC. Die hätte Sebastian Draguhn nahtlos fortsetzen können, doch im Anschluss an die dritte Strafecke (keine für Düsseldorf) schoss er den Ball nur an den Pfosten. Danach setzten die Gäste alles auf eine Karte, brachten für Radeke einen zusätzlichen Feldspieler. Prompt verkürzte Sebastian Draguhn auf 5:6 (58.). Dabei blieb es allerdings. „Schade. Ein Pünktchen hätten wir gerne mitgenommen“, sagte Gräber.

Am Wochenende hat der HTC spielfrei, ab Donnerstag stehen die letzten drei Partien an. Holt Kahlenberg zuvor in seinen Spielen gegen Düsseldorf (heute) und Mülheim (Dienstag) nicht mindestens drei Punkte, ist Neuss bis dahin schon gerettet.

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