Etwa 70 Schiffe liegen derzeit im Neusser Hafen. Umschlag ist nicht beeinträchtigt.

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Hochwasser am Rheinhafen: Hier der Blick auf die Ölgangsinsel.

Hochwasser am Rheinhafen: Hier der Blick auf die Ölgangsinsel.

Kein Platz mehr: Schiffe warten am Hafenbecken I in Höhe des UCI-Kinos. Gegenüber bleibt die Löschstelle für die Ölmühle frei.

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Hochwasser am Rheinhafen: Hier der Blick auf die Ölgangsinsel.

Neuss. Der (inoffizielle) Pegel in Neuss erreicht 9,30 Meter: Da ist fast die Hochwassermarke 2 erreicht. Doch der Pegel in Düsseldorf (Dienstag 8,52 Meter) sinkt, wenn auch langsam, und somit gibt es auch am Hafen keinen Grund zur Unruhe. Ohnehin drängt sich der Eindruck auf, dass die Hafenmeister hier alles im Griff haben. Normal läuft das Geschäft nicht: Der Rhein ist ab Köln stromabwärts für die Schifffahrt gesperrt, und so wird Neuss zum Parkplatz.

Stopp der Rheinschifffahrt hat Binnenschiffer überrascht

70 Schiffe liegen an allen möglichen Haltestellen in den Hafenbecken, die meisten von ihnen nicht planmäßig: Der Stopp der Rhein-Schifffahrt hat sie auf ihrem Weg von den Seehäfen überrascht. Mehr als 5 Tonnen Kohle hat ein Schiff aus Rotterdam geladen. Ziel: Kraftwerk Mannheim, jetzt heißt es Zwangspause in Neuss. Überall haben die Schiffe festgemacht: An UCI-Kino, am den Hafenbecken II und IV, am Hafenbecken V, wo der Containerumschlag stattfindet. Fest steht: „Jetzt ist der Hafen voll.“ Nichts geht mehr, meint Hafenmeister Uwe Eschweiler. Wo noch Platz zu sein scheint, ist ein Anlegen zum Beispiel wegen schräger Böschung unmöglich.

Der Umschlag im Hafen sei aber auch in dieser Lage nicht gestört, sagt Eschweiler und ergänzt: „Es ist nur manchmal ein bisschen komplizierter.“ Die überwiegende Zahl der Schiffe mit Ziel Neuss kommt von den Seehäfen und fährt dann dorthin zurück. Der Hafenmeister sorgt dafür, dass das auch jetzt funktioniert: Er telefoniert und dirigiert die Schiffe um, sorgt dafür, dass Löschstellen freibleiben oder freigemacht werden, dass Taue eingeholt werden, damit der Kran durchkommt. Das läuft alles ganz ruhig ab. Eschweiler hat schon anderes erlebt, 2003 zum Beispiel oder 1993, „als die Batteriestraße gesperrt war und in den Cretschmar-Hallen das Wasser stand.“

Der Norden der Innenstadt samt Hafenbecken I ist die Schwachstelle beim Hochwasserschutz der Stadt. Anders als bei den in sich geschlossenen durchsanierten Poldergebieten Uedesheim und Grimlinghausen ist das Hafenbecken I weitgehend ungeschützt. Das Problem ist die Verbindung zum Nordkanal und der Obererft, die über ein großes Rohr am Hessentordamm ins Hafenbecken stoßen. Ein Rückstau bei extremem Hochwasser würde Hafen und die Nordstadt bedrohen.

Deshalb sind bei der Stadt seit langem die Pläne für ein Hafen-Sperrwerk oberhalb des Hafenbeckens V am Übergang zum Rhein ausgearbeitet. Bislang scheitert die Umsetzung an der von der Bezirksregierung verlangten Ausweisung von Ausgleichsflächen, die bei Hochwasser nicht überflutet werden. Mittlerweile scheint es so, als sei keine Fläche geeignet, ein Volumen von 2 Millionen m³ Wasser auszugleichen. Doch Gerd Eckers, kommissarischer Tiefbauamtsleiter, behaart darauf: „Wir dürfen den Sperrwerk-Plan nicht aufgeben, wenn wir keine Ausgleichsfläche finden. Wir müssen doch die Anlieger schützen.“ Unter Umständen, so Eckers, müsse man das Projekt anders abwickeln. Wie, das sei derzeit allerdings noch nicht spruchreif.

Einen offiziellen Pegel in Neuss gibt es nicht. Er hat die Höhe von etwa 80 Zentimeter über dem Düsseldorfer Pegel. Der wird in einer automatischen Ansage unter 2 0211/19429 mitgeteilt

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