In letzter Sekunde traf Christopher Klasmann per Siebenmeter zum Ausgleich für Neuss.

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte: Während im Foyer der Hammfeldhalle der Neusser HV mit Sponsoren und Zuschauern das erst in der Schlusssekunde unter Dach und Fach gebrachte, aber im Kampf um den Klassenverbleib in der Dritten Handball-Liga West womöglich noch immens wertvolle 30:30-Unentschieden (Halbzeit 15:17) feierte, tranken draußen Trainer Ronny Rogawska und Manager Kai Faltin mit dem aktiven Personal des TV Korschenbroich das mitgebrachte Bier. Damit verfestigte sich der Eindruck, dass sich die Lokalrivalen in dieser Saison nicht unbedingt als Freunde begegnen.

580 Zuschauer sahen ein umkämpftes Spiel

In den medial verwertbaren Aussagen hielten sich beide Seiten indes zurück. So sprach Rogawska von einem „intensiven Fight“, in dem seine Schützlinge kühlen Kopf bewahrt und damit einen Punkt geholt hätten, mit dem er im Nachhinein zufrieden sei. Trainerkollege René Witte schloss von einem „harten, aber keineswegs überharten Spiel“ auf „eine am Ende gerechte Punkteteilung“. Damit lag er sicher richtig. Was die Gäste trotzdem mit einem dicken Hals die kurze Heimreise antreten ließ, war die Schlussphase, in der sie sich von den aus dem Ostwestfälischen angereisten Schiedsrichtern Christian Dux und Bennett Follmert ungerecht behandelt fühlten. „Die haben komplett die Übersicht verloren“, monierte Rogawska. Immerhin hielt Henrik Schiffmann dem Druck stand und markierte trotz Unterzahl das 30:29 für die Gäste. „Bitter 14 Sekunden vor Schluss“, haderte Witte, dessen Jungs jedoch eiskalt zurückschlugen: Mit Ceven Klatt als zusätzlichem Feldspieler (für Torhüter Jascha Schmidt) brachten sie am Kreis Thomas Bahn in Position. Den rustikalen Rettungsversuch von Christoph Gelbke bestraften die Unparteiischen zu Recht mit einem Siebenmeter, den Klasmann bei bereits abgelaufener Spielzeit zum verdienten Ausgleich ins Netz setzte. Die Schiedsrichterleistung interessierte Witte nur in zweiter Linie. Ihn freute viel mehr, dass es seiner Mannschaft zweimal gelungen war, sich aus einem Tief heraus zu kämpfen: So steckte der NHV, als Rogawska offensiv verteidigen ließ, zwischen der 24. (15:11) und 30. Minute (15:17) eine Serie von 0:6 Toren weg und glich durch den insgesamt neunmal erfolgreichen Christopher Klasmann zum 19:19 (36.) aus.

Auch in der zweiten Hälfte führte der TVK mit 25:22 (48.) und 26:23 (51.), doch gestützt auf einen bärenstarken Jascha Schmidt (hatte in der 21. Minute Mikkel Moldrup im Neusser Kasten abgelöst), ackerten sich Philip Schneider (6 Tore), Thomas Bahn (4), Markus Breuer & Co. wieder ins Spiel zurück. Der TV Korschenbroich vermochte sich ebenfalls auf seinen Torhüter zu verlassen: Weil sein Kollege Benedikt Köß keinen Ball zu fassen bekommen hatte, war nach 19 Minuten Paul Keutmann gekommen. Eine gute Entscheidung, rettete der 20-Jährige die Gäste doch durch so mach kritische Phase.

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