Der Bischof sprach über die Christen in Sachsen.

Rhein-Kreis. Einen besonderen Gast begrüßte die CDU im Rhein-Kreis Neuss um den Vorsitzenden Lutz Lienenkämper MdL, seine Stellvertreterin Daniela Leyhausen und Dieter W. Welsink, Vorsitzender der CDU-Kreistagsfraktion, zur 13. Ausgabe der „Leitplanken“. Heiner Koch, bis vor zwei Jahren noch Bischof im Erzbistum Köln, dann nach Dresden-Meißen berufen, sprach nach einer Andacht in St. Quirin über seine „bedenkenswerten kirchlichen und gesellschaftlichen Erfahrungen“. Vier Prozent Katholiken gibt es in Sachsen. Immer mehr Erwachsene ließen sich taufen. Jugendfreizeiten und Gottesdienste würden immer auch von Menschen besucht, die nicht getauft seien.

Mit Büchern auf den neuen Wirkungskreis vorbereitet

„Sachsen ist ebenso wie meine Erfahrungen nicht in einen Satz zu bringen. Es ist Vielfalt in der Einheit.“ Das zurückgewandte und königstreue Dresden und das weltoffene Leipzig sind die beiden wachsenden Metropolen in seinem Bistum. „Als ich kurz vor Weihnachten 2012 die Anfrage aus dem Bistum Dresden-Meißen bekam, hat es mir den Boden unter den Füßen weggezogen“, gab er zu.

Mit Büchern hat er sich auf seinen neuen Wirkungskreis vorbereitet, in dem er so manche völlig neue Erfahrung machen sollte: „Von der Volksfrömmigkeit des Rheinlands ging es hinüber in die Diaspora Sachsens mit vier Prozent Katholiken, 16 Prozent Protestanten. Die übrigen 80 Prozent sind ,nüscht’, wie man im Rheinland sagt.“ Das erste aber, was er sich abgewöhnt habe, sei gewesen, die Situation nach Zahlen und Statistiken zu bewerten. „Laut den Zahlen hätten die Katholiken ein verhuschtes Völkchen sein müssen. Doch die Christen in Sachsen haben eine erstaunlich starke Stimme in der Gesellschaft. “

Er wagte einen Rückblick in die Geschichte, die die erstaunliche Zahl an Christen und ihre Stellung in der Gesellschaft erklärte: Sie waren zu DDR-Zeiten nicht angesehen in der Gesellschaft, weswegen sie ihre Trutz- und Schutzburg Pfarrei bauten.

Der Vortrag von Bischof Koch war geprägt von realistischer und sympathischer Authentizität. Er zeigte eine für den Rheinländer nicht vertraute Kultur und Lebensweise in einem Teil Deutschlands sowie die Anforderungen an ihn selbst und die Kirche auf. In Sachsen müsse man „zum Glauben umkehren“, sich „gegen die gesellschaftliche Tendenz stellen“. Nachwuchsprobleme habe die Kirche aber nicht. verst

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