Diese müssten aber auch realistisch sein, sagt der Grevenbroicher Diplom-Psychologe Uwe Landwehr. Er rät außerdem, sich zur Umsetzung eine weitere Person ins Boot zu holen.

Uwe Landwehr ist Diplom-Psychologe. Archiv
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Uwe Landwehr ist Diplom-Psychologe. Archiv

Anja Tinter

Uwe Landwehr ist Diplom-Psychologe. Archiv

Grevenbroich. Nach ihren guten Vorsätzen zum neuen Jahr wird der Grevenbroicher Diplom-Psychologe Uwe Landwehr heute und in den kommenden Tagen seine Patienten fragen: „Mit Vorsätzen kann man zum neuen Jahr, aber auch generell in der Verhaltenstherapie gut arbeiten“, weiß Landwehr, der allerdings einschränkt: „Gute Vorsätze sind die, die auch realistisch sind. Und sie sollten konkret sein.“ Pauschale Vorhaben, wie beispielsweise, sich einfach nur mehr zu bewegen oder weniger zu essen, seien in der Regel zum Scheitern verurteilt.

„Die wenigsten Menschen sind so diszipliniert, dass sie es aus sich heraus alleine schaffen.“

Uwe Landwehr, Diplom-Psychologe

Der Psychologe hat übrigens selbst einen guten Vorsatz fürs neue Jahr: Er hat von seinem Sohn einen Gutschein für einen E-Gitarren-Workshop bei einer musikalischen Kapazität geschenkt bekommen: „Und da muss ich jetzt auch hin, schon meinem Sohn zu Liebe“, sagt Landwehr. Es sei generell gut, wenn man bei seinen guten Vorsätzen jemand anderen unterstützend mit im Boot habe, dann falle die Realisierung auch leichter. Aber die Ziele müssten dann auch der zweiten Person oder auch mehreren „Mittäter“ entsprechen.

Ein Negativbeispiel fällt Landwehr aus seiner Praxis dazu ein: Eine Patientin habe von ihrem Vorsatz berichtet, ab sofort mit ihrem Mann regelmäßig schwimmen zu gehen. Auf seine Nachfrage, was daraus geworden sei, habe die Patientin zugegeben, dass es bei einem einmaligen Anlauf geblieben sei – der Grund: „Der Mann hasste es zu schwimmen“, schildert Landwehr einen Fall von guten Vorsätzen, die von vorneherein zum Scheitern verurteilt sind.

Doch Landwehr weiß auch einen Rat, wie es funktionieren kann: „Wenn man sich zum Beispiel vornimmt, sich ab dem neuen Jahr mehr zu bewegen, dann sollte man zuerst etwas wählen, an dem man auch Freude haben kann. Dann sollte man sich nicht vornehmen, gleich fünfmal die Woche diesen Sport zu betreiben. Das hält man nicht durch. Stattdessen wäre einmal in der Woche gar nicht schlecht, wenn man es zweimal schafft, wäre das super – und dreimal wäre absolut fantastisch.“

Hilfreich sei es, bei guten Vorsätzen Verbindlichkeiten zu schaffen: „Die wenigsten Menschen sind so diszipliniert, dass sie es aus sich heraus alleine schaffen,“ beobachtet der Therapeut. So helfen seiner Ansicht nach zum Beispiel bei dem Vorsatz, weniger zu essen, vor allem auch Ernährungsberater und die Einbindung von Medizinern.

Ganz unverkrampft sollte man laut Landwehr aber auch mit der Situation umgehen, ohne jedwede Vorsätze ins neue Jahr gekommen zu sein: „Möglicherweise ist man dann eben einfach zufrieden oder bereits auf einem guten Weg, seine Vorsätze, die man vielleicht schon vor zwei Jahren gefasst hatte, mittlerweile auch realisiert zu haben“, sagt der Grevenbroicher Diplom-Psychologe.

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