Der Kindergarten „Wimmelgarten“ soll im August dort einziehen.

Der Kindergarten „Wimmelgarten“ soll im August dort einziehen.
Kita-Kinder, hier mit Bürgermeister Reiner Breuer, brachten Bilder mit, die in einer Röhre im Grundstein eingemauert wurden.

Kita-Kinder, hier mit Bürgermeister Reiner Breuer, brachten Bilder mit, die in einer Röhre im Grundstein eingemauert wurden.

L. Berns

Kita-Kinder, hier mit Bürgermeister Reiner Breuer, brachten Bilder mit, die in einer Röhre im Grundstein eingemauert wurden.

Holzheim. Der Run auf die Grundstücke im geplanten Neubaugebiet am Blausteinsweg hat begonnen. Anfang nächstes Jahres startet die Vermarktung offiziell, doch schon jetzt ist jedes Grundstück nach Angaben von Christoph Hölters mehrfach gezeichnet. „Das Interesse ist groß“, sagt der Planungsdezernent. Ein Grundstück aber hat die Stadt zurückbehalten. Dort entsteht als erstes Haus des neuen Viertels eine Kindertagesstätte. Und weil das Quartier am Blausteinsweg als Klimaschutzsiedlung angelegt wird, setzt auch die neue Kita in Sachen Ökologie Maßstäbe.

Unter anderem wird Erdwärme genutzt

Von einem Drei-Liter-Haus sprach Harald Härtel vom Gebäudemanagement der Stadt, das als Bauherr auftritt, gestern bei der Grundsteinlegung. Das heißt: Pro Jahr werden für einen Quadratmeter Fläche nur drei Liter Heizöl eingesetzt, erklärt der Abteilungsleiter Neubau die Definition, in der das Öl allerdings nur eine rechnerische Größe ist. Denn verbrannt wird davon in der Kita „Wimmelgarten“, wie das Haus heißen soll, kein Tropfen. Die Heizenergie – 30 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr – wird vielmehr vor Ort unter Ausnutzung der Erdwärme gewonnen oder kommt aus der Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. Weitere Pluspunkte in Sachen Nachhaltigkeit soll die Kita mit einem begrünten Dach und durch die ausgewählten Baumaterialien sammeln. Denn das massive, zweigeschossige Gebäude, so erklärte Bürgermeister Reiner Breuer auf der Baustelle, wird größtenteils mit Holz verschalt.

200 Wohneinheiten sollen in der Siedlung entstehen

Roland Kehl, planungspolitischer Sprecher von „Bündnis 90/Die Grünen“, war gestern in Wuppertal gebunden und nicht unter den Gästen der Grundsteinlegung. Er wäre aber gerne gekommen, denn mit dem Baustart im Quartier Blausteinsweg steht ein Projekt vor der Vollendung, für das gerade seine Ratsfraktion seit 2009 gekämpft hat. „Wir wollten bereits damals, dass Neuss mit dieser Siedlung im Passivhaus-Standard einen Beitrag zum Klimaschutz leistet“, erinnerte er. Dieses Konzept, bei dem die Stadtwerke als Partner beteiligt sind, der das Netz für die zentrale Erdwärmeversorgung aufbaut und vermarktet, wollen die Grünen nun auf andere Neubauvorhaben wie in Uedesheim (Kreuzfeld) oder an der Schluchenhausstraße ausgedehnt sehen.

In der Siedlung Blausteinsweg, einer von 100 geförderten Klimaschutzsiedlungen im Land, werden ab Mitte nächsten Jahres, wenn die Kita schon fast fertig sein wird, 200 Wohneinheiten entstehen. Breuer hofft, dass dort dann auch viele Kinder wohnen, die im „Wimmelgarten“ betreut werden. Träger der Kita, die nächsten August aus dem Provisorium am Ludgerusring zur neuen Adresse „An der Zehntscheune 4“ umziehen wird, ist die Lebenshilfe Neuss.

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