Klaus Krützen hat den Verwaltungsvorstand für heute zu einer Sitzung einberufen. Seiner Vorgängerin im Amt wirft er vor, die Konzept-Erarbeitung versäumt zu haben.

Klaus Krützen hat den Verwaltungsvorstand für heute zu einer Sitzung einberufen. Seiner Vorgängerin im Amt wirft er vor, die Konzept-Erarbeitung versäumt zu haben.
Die Stadtverwaltung und alle Helfer stellen sich der Herausforderung durch die Flüchtlinge. Doch es mangelt vor allem an Unterkünften. Im Rathaus soll dazu schnellstmöglich ein Konzept erarbeitet werden.

Die Stadtverwaltung und alle Helfer stellen sich der Herausforderung durch die Flüchtlinge. Doch es mangelt vor allem an Unterkünften. Im Rathaus soll dazu schnellstmöglich ein Konzept erarbeitet werden.

Lothar Berns

Die Stadtverwaltung und alle Helfer stellen sich der Herausforderung durch die Flüchtlinge. Doch es mangelt vor allem an Unterkünften. Im Rathaus soll dazu schnellstmöglich ein Konzept erarbeitet werden.

Grevenbroich. Die Stadt Grevenbroich braucht dringend ein schlüssiges Flüchtlingskonzept. Bürgermeister Klaus Krützen stellt klar, dass im Rathaus keine weitere Zeit verloren werden dürfe. „Es müssen schnellstmöglich Pläne erarbeitet werden, wie die Flüchtlingswelle bewältigt werden kann – insbesondere mit Blick auf die Unterbringung.“ Unter Amtsvorgängerin Ursula Kwasny sei dies versäumt worden. „Das muss man so klar sagen“, betont Krützen. Die Stadt könne daher zurzeit immer nur kurzfristig reagieren. Es fehle an einem auf Sicht angelegten Plan, um strukturiert agieren zu können. Für heute hat Krützen daher den Verwaltungsvorstand zu einer Sitzung einberufen. „Wir dürfen die Dinge nicht weiter aufschieben, damit sich Fälle wie jener der Turnhalle der Gebrüder-Grimm-Grundschule möglichst nicht wiederholen.“

Turnhalle musste kurzfristig für den Schulsport gesperrt werden

Die Turnhalle in Wevelinghoven war in der vergangenen Woche für den Schulsport gesperrt worden, da sie kurzfristig als Flüchtlingsunterkunft benötigt wird. Der im Rathaus für die Unterbringung der Flüchtlinge zuständige Sozialdezernent Claus Ropertz sah keinen anderen Ausweg. „Wir haben kurzfristig 60 Flüchtlinge fest vom Land zugewiesen bekommen – und die brauchen ein Dach überm Kopf.“

Die vergangenen Wochen sind nicht spurlos an Ropertz und seinen Mitarbeitern vorbeigegangen. Auch deshalb hat ihn die Kritik der Wevelinghovener Eltern an der Informationspolitik der Verwaltung hart getroffen. „Wir tun unser Möglichstes und arbeiten seit Wochen am Limit, vielleicht sogar darüber“, sagt er. „Das wird sich so schnell nicht ändern, und wir brauchen dringend weitere Unterkünfte.“ Deshalb hat er bereits einen Aufruf gestartet. Wer Immobilien als Flüchtlingsunterkunft zu vermieten hat, soll sich unter der Rufnummer 02181/608571 im Rathaus melden. Bis Jahresende rechnet Ropertz mit etwa 300 weiteren Flüchtlingen, kommendes Jahr gar mit bis zu 2300. Zurzeit sind der Stadt rund 600 Flüchtlinge dauerhaft zugewiesen. Hinzu kommen die 150 Flüchtlinge, die als Amtshilfe für das Land in der Alten Feuerwache untergebracht sind.

Ropertz hat klargestellt, dass Zeltlösungen kein tabu mehr sind. Auch das dürfte bei der Sitzung des Verwaltungsvorstands thematisiert werden. Zugleich möchte Klaus Krützen die Politik mit ins Boot holen. „Wir werden über das dringend erforderliche Flüchtlingskonzept auch am 8. Dezember im Ältestenrat sprechen“, sagt er. Nur gemeinsam sei die Herausforderung zu schaffen, weder Verwaltung noch Politik dürften sich „wegducken“.

Stadtoberhäupter haben über eine Überlastungsanzeige diskutiert

Mit seinen Bürgermeisterkollegen im Rhein-Kreis hat Klaus Krützen auch schon über eine sogenannte Überlastungsanzeige bei der Bezirksregierung diskutiert. Eine solche haben laut Städte- und Gemeindebund Nordrhein-Westfalen knapp 40 Kommunen bereits gestellt, um einen Aufschub der Zuweisung weiterer Flüchtlinge zu erreichen. „Wenn wir verhindern wollen, dass das System kollabiert, brauchen wir ein Umsteuern bei der Flüchtlingspolitik auf Landes- und Bundesebene“, erklärte der Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes, Bernd Jürgen Schneider, in Düsseldorf.

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