Projekt: Falls die Verwaltung grünes Licht gibt, können Passanten bei Bedarf bald per Code fürihreStraßenbeleuchtung sorgen.

Grevenbroich. Die Straßenlaternen bei Nacht mit dem Handy einschalten, das ermöglicht das Konzept "Dial4Light - Bei Anruf Licht". Im Raum Lemgo erfolgreich erprobt, soll Dial4Light Betriebskosten sparen, die Umwelt schonen und dennoch für Sicherheit auf den Wegen sorgen. Demnächst vielleicht auch in Grevenbroich.

Die Pilotprojekte verliefen vielversprechend

Ob das Modell auch für hiesige Verhältnisse taugt, prüft jetzt die Verwaltung, nachdem der Bauausschuss am Donnerstag einem entsprechenden Antrag der SPD-Fraktion zustimmte.

Die Pilotprojekte, die im Stadtgebiet von Lemgo und umliegenden Ortschaften von Anfang 2008 bis Mitte diesen Jahres durchgeführt wurden, verliefen vielversprechend. Das Prinzip: Passanten können die Straßenbeleuchtung bei Bedarf mit dem Mobiltelefon einschalten. Ein Modem im Verteilerkasten gibt das Signal weiter, wenige Sekunden später gehen die Lampen an. Nach 15 Minuten schalten sie sich von selbst wieder ab.

Potenzielle Nutzer müssen sich zuvor im Internet mit Namen, Handynummer und einer Mailadresse anmelden. Um die Beleuchtung zu aktivieren, gibt man einen sechsstelligen Streckencode ins Handy ein. Der Nutzer muss nur die Kosten für diesen Anruf zahlen.

Die Einführung von Dial4Light habe in der 9000-Einwohner-Gemeinde Dörentrup zu einer "deutlichen Kostenreduzierung" geführt, argumentiert die SPD-Fraktion, ferner werde der CO2-Ausstoß deutlich verringert. Nach der erfolgreichen Pilotphase plane die Gemeinde Dörentrup nun, ihre gesamte Straßenbeleuchtung auf Dial4Light umzustellen.

Trotz einstimmigen Votums gabesauch kritische Stimmen

Trotz des einstimmigen Votums für eine Prüfung gab es in der Sitzung auch kritische Stimmen zum Konzept. "Schwierigkeiten" mit der Vorlage formulierte indes Anna Maria Müller(UWG): Ihrer Ansicht nach dürfte die reguläre Straßenbeleuchtung auf keinen Fall vor 23 Uhr ausgeschaltet werden. Sie gab zu bedenken: "Nicht jeder hat ein Handy."

Anders als in Dörentrup, wo die reguläre Straßenbeleuchtung zwischen 23 Uhr und 6 Uhr komplett erlischt, soll Dial4Light in Grevenbroich nicht flächendeckend eingeführt werden. Falls die Verwaltung grünes Licht für das Projekt gibt, muss entschieden werden, welche Straßenzüge in Frage kommen.

Zwar gibt es bereits eine Liste mit 18 Streckenvorschlägen, die nach Einschätzung von Alexander Klömpges (CDU) stark bearbeitungsbedürftig sind. "Viele davon liegen in der Nähe von Schulen, wo eine dauerhafte Beleuchtung in der dunklen Jahreszeit absolut notwendig ist." hues

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