Weltneuheit: Die erste Windkraftanlage mit Hybridturm ist am Donnerstag eingeweiht worden.

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Einblick in das Innere der Anlage: Mit den Rotorblättern erreicht der Turm eine Höhe von 180 Metern und ist damit höher als der Kölner Dom.

Einblick in das Innere der Anlage: Mit den Rotorblättern erreicht der Turm eine Höhe von 180 Metern und ist damit höher als der Kölner Dom.

Uli Engers

Einblick in das Innere der Anlage: Mit den Rotorblättern erreicht der Turm eine Höhe von 180 Metern und ist damit höher als der Kölner Dom.

Grevenbroich. Die weltweit erste Windkraftanlage mit einem ATS-Hybridturm ist am Netz. Gestern ist die 180 Meter große Anlage auf dem Windtestgelände auf der Neurather Höhe vor rund 100 Gästen aus Wirtschaft und Politik in Betrieb genommen worden. "Das Pilotprojekt kann jetzt die hohe Wirtschaftlichkeit unter Beweis stellen", sagte Frans Brughuis, Geschäftsführer des Turmbauspezialisten Advanced Tower Systems (ATS) in seiner Ansprache.

Nabenhöhe von 133 Metern bringt höheren Energieertrag

Die Anlage besteht aus zwei Baustoffen: im unteren Teil aus schmalen Betonfertigteilen, im oberen Bereich aus konventionellen Stahlelementen. Diese Konstruktion ermöglicht eine Nabenhöhe, also das Level, auf dem der Rotor angebracht ist, von 133 Metern. Gegenüber der üblichen Nabenhöhe von etwa 100 Metern bringt das neue ATS-Hybridsystem einen rund 20 Prozent höheren Energieertrag. In einem Jahr können so etwa 1500 Vier-Personen-Haushalte mit Strom versorgt werden. "Die Anlage nach einer sehr aufregenden, aber auch sehr anstrengenden Zeit nun einweihen zu können, ist unglaublich. Schließlich ist dieser Turm mein Baby", sagte Johannes Bietz, der den Bau als Projektleiter begleitet hat. Er nutzte die Gelegenheit, um sich bei seinen Weggefährten für die gut eineinhalb Jahre lange Zusammenarbeit zu bedanken.

Etwa vier Millionen Euro hat ATS in die Entwicklung des Fertigteil-Betons gesteckt. Die Einzelteile sind leicht zu transportieren und werden vor Ort zu einem Sockel zusammengesetzt.

"Vom Gemüsefeld zum Schlachtfeld"

Die größeren Aufwendungen für die Errichtung des Turms seien bereits nach vier Jahren wieder ausgeglichen, so Bietz. Frans Brughuis sprach auch Klemens und Edith Beuters seinen Dank aus, deren Land ATS "von einem Gemüsefeld in ein Schlachtfeld" verwandelt hätte. "Für solch einen Prototyp waren wir gerne bereit mitzuhelfen", entgegnete Beuters gerührt.

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