Ein Politiker „nicht geringen Einflusses“ soll Architekt Fritz Otten bestochen haben. Bürgermeisterin Ursula Kwasny hat die Staatsanwaltschaft eingeschaltet.

Grevenbroich. Das Schreiben ist noch nicht eingegangen, und dennoch hat sein Inhalt bereits für Wirbel gesorgt. Am Wochenende hat Bürgermeisterin Ursula Kwasny die Staatsanwaltschaft Mönchengladbach eingeschaltet. Fritz Otten, Architekt eines neuen Supermarktes in Kapellen, hatte Vorwürfe im Zusammenhang mit dem Bau erhoben, die den Verdacht der Korruption nahelegen. Eine Person "nicht geringen politischen Einflusses", so der Architekt, habe mehrfach den Versuch unternommen, sich "persönliche Vorteilnahmen" zu verschaffen.

Kwasny: "Ich habe in einem Brief an die Staatsanwaltschaft gebeten, zu überprüfen, ob ein Straftatbestand vorliegt." Die Bürgermeisterin wolle jedwede Form von Korruption bekämpfen und werde Otten bitten, Namen zu nennen.

Der Bürgermeisterin geht es vor allem darum, den Ruf der Ratsmitglieder zu schützen. "Es darf nicht sein, dass der Verdacht besteht, dass der Rat oder einzelne Ratsleute korrumpierbar sind."

Otten fühlt sich in seinen Entscheidungen bestätigt

Doch der Architekt hält sich derzeit noch bedeckt. "Ich habe mich sehr genau mit meinem Anwalt abgesprochen und möchte später keine Probleme bei der Beweisführung bekommen." Er fühle sich in seinen Entscheidungen bestätigt, weil er wisse, dass nun die Wahrheit ans Licht komme.

In den vergangenen Tagen hätten ihn viele Kommunalpolitiker mit der Bitte kontaktiert, konkreter zu werden. "Doch wer hinter den Vorwürfen steckt, kann sich eigentlich jeder, der sich mit der Materie beschäftigt, denken." Auch die Art und Weise der "persönlichen Vorteilnahme" wollte Otten nicht näher erläutern.

Das Schreiben aus dem Grevenbroicher Rathaus ist indessen noch nicht bei der Staatsanwaltschaft in Mönchengladbach angekommen. "Das dauert auch etwas", räumt Oberstaatsanwalt Peter Aldenhoff ein. "Bis die Stücke im Amt ihren Bestimmungsort erreicht haben, kann gut und gerne eine Woche vergehen."

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