Seit Sonntag und bis zum 24. Oktober zeigt der Künstler Frank-Ulrich Schmidt seine Werke im Haus Hartmann.

Frank-Ulrich Schmidt vor seinem Werk „Blick in den Wald“.
Frank-Ulrich Schmidt vor seinem Werk „Blick in den Wald“.

Frank-Ulrich Schmidt vor seinem Werk „Blick in den Wald“.

Salzburg

Frank-Ulrich Schmidt vor seinem Werk „Blick in den Wald“.

Grevenbroich. Harmonisch, wohltemperiert und bis ins Detail durchdacht sind die Gemälde und Holzschnitte, die Frank-Ulrich Schmidt derzeit im Haus Hartmann zeigt.

Schmidt ist seit Jahrzehnten in der Künstlerszene der Region präsent. Gemalt und gezeichnet hat der 1927 Geborene schon als Kind und Jugendlicher, bevor die Familie Ende des Zweiten Weltkriegs aus Ostpreußen fliehen musste. Die Kunst war jedoch nur eines seiner Interessengebiete, neben der Faszination für die Naturwissenschaften zum Beispiel. So wäre Schmidt wohl auch gern Atomphysiker geworden, doch keine Universität in Deutschland bot das Fach direkt nach dem Krieg an. Also entschied er sich für eine künstlerische Ausbildung, verbunden mit einer weiteren Leidenschaft, dem Theater.

Ab 1947 studierte er an der Düsseldorfer Kunstakademie bei Walter von Wecus, anschließend arbeitete er als Bühnenbildner bei den Düsseldorfer Kammerspielen sowie an der Deutschen Oper am Rhein. Danach war Schmidt fast ein Vierteljahrhundert am Rheinischen Landestheater in Neuss tätig. Nach der Pensionierung unterrichtete er an der Alten Post in Neuss lange Jahre Aktzeichnen, Bühnenbild und Aquarellmalerei.

"Das ist das eine Leben", resümiert der 83-Jährige schmunzelnd. Eindrücke aus dem zweiten Leben des Frank-Ulrich Schmidt zeigt seine Ausstellung, die am Sonntag im Haus Hartmann eröffnet wurde und noch bis zum 24.Oktober zu sehen ist.

Schon vor 20 Jahren hatte der Künstler in der "guten Stube der Stadt" eine Auswahl seiner Bühnenbilder gezeigt, weitere Arbeiten waren später in einer Gruppenausstellung zum Thema Akt zu sehen. Nun präsentiert er italienische Impressionen, Landschaften aus Ligurien, das dem Wahl-Neusser zur zweiten Heimat geworden ist. Zurück im Rheinland, hat Schmidt die Szenen aus dem Gedächtnis auf großformatigen Tempera-Gemälden festgehalten. Dabei kommt er ohne jede Effekthascherei aus. Im Gegenteil: Die Arbeiten sind Musterbeispiele für künstlerische Disziplin, "wohlkomponiert und durchdacht", so Thomas Brandt.

Einige Motive greift Schmidt in seinen Holzschnitten wieder auf, die ebenfalls in der Ausstellung zu sehen sind.

Mit ihren kantigen Umrissen bilden sie einen starken Kontrast zu seiner Malerei. Kein Wunder, erklärt der Künstler, denn beim Holzschneiden kommt es sehr auf das Handwerk an: "Vieles hängt davon ab, wie man mit der Holzstruktur umgeht und das Motiv auf der Druckplatte entwirft, wie man es schneidet und schließlich druckt."

» Öffnungszeiten im Haus Hartmann: sonntags von 13 bis 16 Uhr.

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