Auf dem Gelände des Fahrsicherheitszentrums im Elsbachtal wurde am Dienstag der Kurs für eine Schnee-Übung umfunktioniert.

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ADAC-Cheftrainer Thomas Eilers rät, auf schneebedeckter Straße nur ganz sanfte Lenkbewegungen zu machen. „Schnee verstärkt jedes Fahrmanöver“, sagt er.

ADAC-Cheftrainer Thomas Eilers rät, auf schneebedeckter Straße nur ganz sanfte Lenkbewegungen zu machen. „Schnee verstärkt jedes Fahrmanöver“, sagt er.

Ohne Hilfe keine Chance: Martin Appelmann hat es beim Sicherheitstraining auf dem ADAC-Gelände in Grevenbroich aus der Bahn geworfen.

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ADAC-Cheftrainer Thomas Eilers rät, auf schneebedeckter Straße nur ganz sanfte Lenkbewegungen zu machen. „Schnee verstärkt jedes Fahrmanöver“, sagt er.

Grevenbroich. Der weiße Mitsubishi CZ3 schliddert mit 50 Sachen über die schneebedeckte Fahrbahn. Plötzlich taucht das Hindernis vor Fahrerin Lenoa Fuchs (18) auf. Vollbremsung, der Wagen bricht hinten aus. Das Hindernis kommt näher und näher, nur noch wenige Augenblicke bis zum "Zusammenstoß" - da plärrt laut das Funksprechgerät auf dem Beifahrersitz des Kleinwagens. "Das war schon gut, aber schneller reagieren. Und guck nicht immer auf das Hindernis", dröhnt die Stimme aus dem Walkie-Talkie.

"Schnee ist absolut ehrlich, da fällt jeder Fahrfehler sofort auf."

Zu spät: Der schlingernde Wagen hat längst eine ganze Reihe der rot-weißen Plastikkegel weggeschossen. Thomas Eilers, Cheftrainer im ADAC-Fahrsicherheitszentrum in Grevenbroich, wirft einen kurzen Blick auf den im 15 Zentimeter tiefen Schnee festsitzenden Wagen. Dann läuft er zu der 18-Jährigen, die die Räder ihres Wagens verzweifelt durchdrehen lässt - ohne Chance auf Gripp.

"Sie haben das gut gemacht. Aber haben Sie mehr Mut, mit voller Kraft zu bremsen. In der Stadt wären Sie der armen Oma jetzt kräftig über die Füße gefahren, und die parkenden Autos auf der anderen Straßenseite hätten Sie auch noch mitgenommen", sagt er. Um Fahrer auf solche Situationen besser vorzubereiten, bietet der ADAC Fahrsicherheitstrainings an. "Das ist zwar eigentlich kein Kurs speziell für das Fahren im Schnee, doch bei der momentanen Witterung und eisigen zehn Grad unter Null bekommen wir das Testgelände gar nicht schneefrei", sagt Eilers.

"Ich find das genial und hab mich heute Morgen schon riesig gefreut, dass es so kalt ist", sagt die Abiturientin aus Wegberg. "Ich habe mich da direkt mal festgefahren. Schon deshalb ist das heute mit dem Schnee richtig toll, dann lerne ich, was ich bisher falsch gemacht habe."

Haben die Räder keinen Halt, nützt es nichts, mehr Gas zu geben

Eilers beantwortet gerne die Fragen. "Im Schnee ist es ganz wichtig, alles sanft zu machen. Rutscht der Wagen, hat er keinen Halt, da nützt es nichts, noch mehr zu lenken", sagt er. Es wisse, wie schwierig das "vom Kopf her" sei, dies wirklich zu beherzigen. Oft helfe es schon, sanft im zweiten Gang anzufahren. "Moderne Automatikgetriebe machen das auch", sagt Eilers. Noch viel mehr als Nässe haben Eis und Schnee eine besondere Tücke: "Wenn wir jetzt zu schnell auf einer Landstraße in die Kurve fahren, dann kann es passieren, dass uns das Heck überholt", sagt der Fahrprofi. "Wer dann nicht weiß, wie er den Wagen schnell wieder unter Kontrolle bringt, den fegt es von der Straße."

Die beste Reaktion: Kupplung treten und sanft gegensteuern. Meist fange sich der Wagen dann. "Hilft das nicht, dann wird gebremst. Aber nicht erst sanft, sondern direkt mit voller Wucht."

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