Die UWG setzt sich für fahrscheinloses Busfahren ein. Der Bürgermeister ist angetan.

Das Modell der „Schlaubus“-Initiative steht jetzt im Büro des Bürgermeisters.
Das Modell der „Schlaubus“-Initiative steht jetzt im Büro des Bürgermeisters.

Das Modell der „Schlaubus“-Initiative steht jetzt im Büro des Bürgermeisters.

Lothar Berns

Das Modell der „Schlaubus“-Initiative steht jetzt im Büro des Bürgermeisters.

Grevenbroich. Die Stadtbusse standen in den vergangenen Wochen wiederholt in der Kritik, nun verfügt Bürgermeister Klaus Krützen in seinem Büro über einen eigenen Linienbus: Das Fahrzeugmodell mit der Aufschrift „Schlaubus“ haben ihm die UWG-Politiker Carl Windler und Claus Schäfer bei einem Treffen überreicht, bei dem sie Krützen ihre Überlegungen für fahrscheinfreies Busfahren vorstellten. „Die Idee ist wirklich interessant. Wir sollten uns damit weiter befassen. Wir werden das Thema im neuen Arbeitskreis ÖPNV auf die Tagesordnung setzen“, sagt Krützen.

Ein Test während des Feierabendmarkts ist denkbar

Bis zur möglichen Realisierung sind viele Hürden zu nehmen, doch vielleicht können die Grevenbroicher schon bald einen „Gratis-Bus“ testen. Windler und Schäfer schlugen vor, während des Feierabendsmarktes sozusagen „zum Schnuppern“ ein Gratis-Busfahren anzubieten. Krützen will die Idee unterstützen: „Wir werden mit allen Beteiligen darüber sprechen“, sagt der Bürgermeister.

Für den „Gratis-Bus“ setzt sich die UWG und ganz besonders Claus Schäfer – er hat unter www.schlaubus.de einen Blog eingerichtet – seit langem ein. Die UWG-Politiker verweisen auf das Vorbild im belgischen Hasselt. Dort konnten Fahrgäste jahrelang mit dem Bus fahren, ohne eine Fahrkarte zu kaufen. Die Stadt ist ähnlich groß wie Grevenbroich. Die Folge des ungewöhnlichen Angebotes: „Es kamen mehr Besucher in die City. Die Einwohnerzahl stieg, Geschäftsleerstände füllten sich“, sagt Windler. Schäfer verspricht sich unter anderem weniger Verkehr, Kohlendioxid und Feinstaub, weniger Lärm und weniger Unfälle.

Als Kompensation für ausfallende Fahrgeldeinnahmen denkt die UWG an ein Umlageverfahren. „Wir könnten die Bürger befragen, ob sie zu einem jährlichen Betrag für den Gratis-Bus bereit sind“, sagt Windler.

Krützen weist darauf hin, dass für ein solches Model noch viele weitere Fragen zu klären sind. Einfacher dürfte ein Gratis-Schnupperangebot während des Feierabendmarktes zu bewerkstelligen sein. Auch das soll im Arbeitskreis ÖPNV erörtert werden.

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