Parteien stellen sich dem Ärger um die Gaspreise der GWG. Ursula Kwasny sagt, dass ihr die Kritik nicht bekannt war.

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80 Grevenbroicher folgten der Diskussion über die Gaspreisgestaltung der GWG.

80 Grevenbroicher folgten der Diskussion über die Gaspreisgestaltung der GWG.

Uli Engers

80 Grevenbroicher folgten der Diskussion über die Gaspreisgestaltung der GWG.

Grevenbroich. Die CDU-Bürgermeisterkandidatin Ursula Kwasny staunte nicht schlecht: "Diese kritischen Stimmen sind dem Rat gar nicht bekannt." Aber nicht nur für die Unions-Frau war die Diskussionsveranstaltung der Initiative fairer Gaspreis Grevenbroich am Dienstag ein Aha-Erlebnis.

Die Bürgermeisterkandidatin hatte nach eigenen Worten die Einladung verspätet erhalten und erst am Vorabend ihre Teilnahme zugesagt, "obwohl mich mein Fraktionskollege Holger Leusch eindringlich davor gewarnt hat, hier zu erscheinen." Leusch ist CDU-Ratsherr und im Aufsichtsrat des Gas- und Wasserwerks Grevenbroich (GWG).

Initiative fairer Gaspreis hat bereits 250 Aktive

Die Initiative fairer Gaspreis Grevenbroich hat bereits 250 Aktive, von denen 120 die Preise der GWG kürzen wollen. Die restlichen zahlen unter Vorbehalt. Ihre Kritik richtet sich vor allem gegen die undurchsichtige Preisgestaltung. Initiativen-Sprecher Winfried Süme bezeichnet die Tarife des GWG als "hausgemacht und völlig überzogen".

Mit der Veranstaltung ist es der Initiative im fünften Jahr ihres Bestehens "endlich gelungen, Politiker fast aller Parteien zu einem Gespräch zusammenzubringen", wie Süme sagt. Angesichts des Wahlkampfes fanden das viele der 80 Besucher gar nicht so ungewöhnlich. Verzichten mussten sie aber auf Vertreter der Gesellschaft, um die es ging. Und das, obwohl auch das Gaswerk eingeladen war.

"Mein Fraktionskollege hat mich eindringlich davor gewarnt, hier zu erscheinen."

Ursula Kwasny, CDU-Kandidatin für das Bürgermeisteramt

Gekommen waren Ursula Kwasny (CDU) Ralf Göckmann (UWG), Thomas Bovermann (Freie Bürger), Bernhard Pollmeyer (SPD), Dirk Gawlinski (Grüne) und Walter Rogel-Obermanns (Linke). Aus den Reihen der Politik fehlte einzig FDP-Kandidat Uwe Schmitz.

Einig waren sich alle darin, dass der Versorger seine Gewinne über günstige Preise direkt an die Verbraucher weitergeben muss. "Ich habe meine Probleme, wenn die Gewinne des Gas- und Wasserwerkes in nicht-kommunale Kanäle fließen", sagte Bernhard Pollmeyer.

Der Versorger gehört jeweils zur Hälfte der Stadt Grevenbroich und der Mönchengladbacher Aktiengesellschaft NVV. 51 Prozent der NVV-Aktien gehören dem Energieriesen RWE, die restlichen 49 Prozent der Stadt Mönchengladbach. Pollmeyer sprach sich in diesem Zusammenhang erneut dafür aus, dass die Stadt Grevenbroich GWG-Mehrheitseigner wird.

Grüne: Kein großes Stadtwerk mit Verbindung zum RWE-Konzern

Für Gawlinski (Grüne) kommt ein großes Stadtwerk mit Verbindungen zu RWE nicht in Frage. Er plädiert für eine kleine Lösung, "eventuell mit der SEG zusammen." Auch Göckmann (UWG) sprach sich gegen die Groß-Lösung aus: "Dadurch verlieren wir leicht unsere Unabhängigkeit bei der Preisgestaltung."

Ursula Kwasny antwortete direkt darauf: "Keine Frage, die GWG-Gewinne sollen an die Bürger weitergegeben werden. Aber jeder Bürgermeister wird froh sein, wenn Geld in die Stadtkasse kommt. Alles andere wäre gelogen."

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