Künstlerin Marlies Blauth zeigt in der Galerie Brozio Linolschnitt-Unikate.

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Marlies Blauth bei der Hängung ihrer Werke, die ab Sonntag in der Schau „Variationen“ zu sehen sind.

Marlies Blauth bei der Hängung ihrer Werke, die ab Sonntag in der Schau „Variationen“ zu sehen sind.

Uli Engers

Marlies Blauth bei der Hängung ihrer Werke, die ab Sonntag in der Schau „Variationen“ zu sehen sind.

Grevenbroich. Grafik im Farbenrausch: Bunt und großflächig sind die Linolschnitte von Marlies Blauth, die Roland Brozio ab Sonntag in seiner Galerie an der Bergheimer Straße zeigt.

Der Kunstsammler hat sich in den vergangenen Jahren einen Namen als Aussteller von Druckgrafiken gemacht. Für ihn macht der starke Kontrast zu den filigranen Linien - etwa bei Radierungen - die Arbeiten von Marlies Blauth besonders spannend.

Alle gezeigten Blätter sind Unikate, auch dies ein Unterschied zur "gewöhnlichen" Grafik. "Reproduktionstechniken haben wir mittlerweile viel brauchbarere", erklärt dazu die Künstlerin, die statt Vervielfältigung das Experiment in den Mittelpunkt ihrer Arbeit gerückt hat. Für die Ausstellung wählte sie denn auch den Titel "Variationen".

Blauth ist seit 19 Jahren Dozentin an der Universität Wuppertal

Die Vorliebe für Naturmotive, etwa Pflanzen- und Blätter, kommt nicht von ungefähr, wie die Künstlerin (Jahrgang 1957) erklärt. Neben Kunst hat sie in Wuppertal auch Biologie studiert und machte nach dem Staatsexamen das Diplom in Kommunikationsdesign.

Seit 1990 ist Marlies Blauth Lehrbeauftragte an der Universität Wuppertal. Ihre Arbeiten waren unter anderem im BKG-Studio in der Kunsthalle Barmen und im Düsseldorfer Landtag zu sehen. Marlies Blauth lebt in Meerbusch.

Mit Drucktechniken beschäftigt sich die Künstlerin seit 1984. Angetan haben es ihr die so genannten Hochdruck-Verfahren, bei denen der Druckstock wie ein Stempel auf den Untergrund gedrückt wird. Inspirieren lässt sie sich von alten Techniken, wie dem so genannten Zeugdruck, mit dem man Muster auf Stoffe aufbringt.

Angefangen hat sie mit dem Holzschnitt, seit 2007 experimentiert Marlies Blauth mit Linolschnitten. Das Schlagwort "Zurück zu den Ursprüngen" kennzeichnet jedoch nur einen Aspekt ihres Werkkonzepts.

Denn an die bekannten schwarz-weißen Holzschnitte des Expressionismus oder eigene Versuche aus dem Kunstunterricht erinnern ihre Arbeiten kaum. Die Künstlerin bringt ihre Druckstöcke oft mehrfach auf ein Blatt auf und kombiniert sie immer wieder neu.

Die aufgedruckten Motive werden unter- und übermalt, die Farben vielfach mit Gips, Erde oder Asche gemischt, so dass immer wieder neue Strukturen entstehen. Variationen eben.

Die Ausstellung ist bei Roland Brozio an der Bergheimer Straße 15 zu sehen. Eröffnung ist am 25. Januar, 11 Uhr. Zur Einführung spricht Inge Heinicke-Baldauf, Von-der-Heydt-Museum Wuppertal.

Am Sonntag, 8. Februar, um 11 Uhr, findet im Rahmen der Ausstellung ein Konzert mit Lena Toker (Querflöte) und Andree Klinkenberg (Blockflöte) statt. Der Titel: "Imitation of Birds". Finissage ist am Sonntag, 1. März, 11 Uhr.

Öffnungszeiten nach Vereinbarung, unter Telefon 02181/3882.

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