stadtwerke Vor einer Beschlussfassung im Rat sollen die Bürger ausführlich über die GWG-Erweiterung um die Sparte Strom informiert werden.

Mit der Erweiterung um die Stromsparte hofft das GWG auch langfristig am Markt gut aufgestellt zu sein.  (Foto
Mit der Erweiterung um die Stromsparte hofft das GWG auch langfristig am Markt gut aufgestellt zu sein. (Foto

Mit der Erweiterung um die Stromsparte hofft das GWG auch langfristig am Markt gut aufgestellt zu sein. (Foto

Uli Engers

Mit der Erweiterung um die Stromsparte hofft das GWG auch langfristig am Markt gut aufgestellt zu sein. (Foto

Grevenbroich. Noch ist keine Entscheidung in der sogenannten Stadtwerkefrage gefallen. Vor einer Beschlussfassung im Stadtrat über die geplante GWG-Erweiterung um die Sparte Strom, sollen die Bürger über das Vorhaben informiert werden. Der Rat soll dann in einer Sondersitzung am 30.Juni einen Entschluss fassen.

Eigentlich sollte die Politik schon in der Ratssitzung am Donnerstagabend über die GWG-Erweiterung abstimmen, doch die Fraktionschefs von CDU und SPD hatten sich darauf verständigt, dass zunächst die Bürger über das Vorhaben informiert werden.

Hintergrund: Im Vorfeld der Gespräche zwischen der Stadtentwicklungsgesellschaft (SEG) und der Niederrheinischen Versorgung und Verkehr AG (NVV) war vereinbart worden, dass die Initiative "Fairer Gaspreis" regelmäßig über den Stand der Verhandlungen benachrichtigt werde. Das war laut Initiative nicht erfolgt. Die Interessengemeinschaft reagierte entsprechend verärgert und drohte mit einem Bürgerbegehren.

Wenn nötig, wird ein zusätzlicher Infotermin anberaumt

Die Berater der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft "Treuhandpartner thp" Peter Welling und Michael Baltes, Mitglieder des SEG-Aufsichtsrates und SEG-Geschäftsführerin Monika Stirken-Hohmann werden in einer Infoveranstaltung am Mittwoch, 24.Juni, um 16 Uhr in der Erfthalle in Frimmersdorf ausführlich Fragen der Bürger beantworten.

Initiativen-Sprecher Winfried Süme hält wenig vom vereinbarten Termin. "Die Uhrzeit ist unmöglich, um 16 Uhr arbeiten doch noch die meisten Leute", ereiferte sich Süme am Rande der Ratssitzung. Bürgermeister Axel Prümm ist da anderer Meinung: "Wer teilnehmen will, wird sich den Termin schon freihalten. Ich bin auch gerne bereit, wenn nötig, noch einen zusätzlichen Termin anzusetzen."

Für die Neustrukturierung des GWG gab es im Rat breite Zustimmung. "Die Forderungen, die wir an das neue Gebilde gestellt haben, sind bis auf kleine Details erfüllt", lobte SPD-Fraktionschef Edmund Feuster.

Die Verträge trügen beiden Seiten Rechnung, so Wirtschaftsprüfer Peter Welling im Rat. Welling empfahl den Politikern, auf der Basis des Verhandlungspaketes der Erweiterung um die Stromsparte zuzustimmen. "Die Stadt erleidet keinen wirtschaftlichen Schaden, im Gegenteil sie wird profitieren", ist sich Welling sicher. "Wichtige Entscheidungen werden nur mit der SEG getroffen", versichert der Berater.

Querverbundunternehmen mit einem leistungsfähigen Partner

Welling erwartet langfristig eine deutlich höhere Wettbewerbfähigkeit auf dem Markt: "Die Stadt bekommt ein Querverbundunternehmen mit einem leistungsfähigen Partner, es entsteht keine neue Gesellschaft." Der Wirtschaftsexperte erklärte ebenso, dass dem GWG keine Nachteile entstünden, auch wenn die Anteile bei 40 Prozent liegen. "Es gibt Optionen, die Beteiligung wieder aufzustocken - etwa mit einer Bareinlage."

Auch die Voraussetzungen für einen Neubau des Schlossbades würden sich durch die neue Struktur sicherlich verbessern. Arbeitsplatzwechsel innerhalb des Unternehmens werde es wohl geben, mit einem Stellenabbau müsse man aber nicht rechnen. "Der Zusammenschluss darf nicht auf dem Rücken der Mitarbeiter ausgetragen werden, das scheint mir hinreichend gesichert", sagte SPD-Chef Feuster.

"Ich hätte mir mehr Enthusiasmus vom Rat gewünscht."

Holger Leusch, GWG-Aufsichtsratsvorsitzender

GWG-Aufsichtsratsvorsitzender Holger Leusch (CDU) sprach von einer historischen Chance für das Gas- und Wasserwerk: "Ich hätte mir mehr Enthusiasmus vom Rat gewünscht", mahnte er. Dem konnte Ex-CDU-Mitglied Simone Kippels (fraktionslos) nicht ganz folgen. "Es gab Zeiten, in denen Sie zu den größten Unkenrufern gehört haben", hielt sie ihrem ehemaligen Parteikollegen vor.

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