Christoph Rehlinghaus zeigt seine Arbeiten unter dem Titel „Sinnflut“ in der Versandhalle.

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Künstler Christoph Rehlinghaus mag das Spiel mit der Sprache.

Künstler Christoph Rehlinghaus mag das Spiel mit der Sprache.

Stefan Büntig

Künstler Christoph Rehlinghaus mag das Spiel mit der Sprache.

Grevenbroich. "Na, der versprochene Regenguss zur Eröffnung ist wohl ausgeblieben", sagte Christoph Rehlinghaus schmunzelnd angesichts des strahlend blauen Himmels. Tatsächlich hätte ein kräftiger Schauer besser zum Thema seiner aktuellen Ausstellung gepasst.

Unter dem vielschichtigen Titel "Sinnflut" präsentiert der Maler in der Versandhalle die Früchte seiner über 15 Jahre währenden Auseinandersetzung mit der alten Geschichte von der Flut.

An die 250 Versionen aus vielen Teilen der Welt seien den Mythenforschern bekannt, so Kulturamtsleiter Stefan Pelzer-Florack in seiner Einführung, und an Aktualität habe sie bis heute nichts verloren: "Vor dem Hintergrund hitziger Klimadiskussionen und steigender Meeresspiegel durchaus ein Thema mit Zukunftspotenzial."

Keine Frage, die altbekannte Geschichte der Sintflut gibt viel her: Vernichtung, Bewahrung und Neuanfang. Immer andere Facetten hat der Maler ihr abgewonnen, düstere wie hoffnungsfrohe. Die Auswahl überlässt er letztlich dem Besucher.

Was für ihn die spezielle Faszination des Themas ausmache, sei ihm erst im Laufe der Zeit klargeworden, sagt der 47-Jährige rückblickend. "Mir geht es um den Verlust des kollektiven Gedächtnisses", sagt er. Die ganze Kultur wird weitergetragen von einem einzigen überlebenden Menschenpaar. In derselben Rolle sieht Rehlinghaus den Künstler.

Die Ausstellung läuft bis zum 18. Juli, Öffnungszeiten: samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr.

Christoph Rehlinghaus stammt aus Wevelinghoven, hat an der Düsseldorfer Kunstakademie sowie an der FH in Köln studiert und wurde als Maler und Literat mit einer ganzen Reihe von Preisen ausgezeichnet. Seit ein paar Wochen lebt er in Holzheim.

Überhaupt entdeckt der Betrachter viel Bekanntes in neuer Interpretation. Dazu trägt auch Rehlinghaus’ kreativer Umgang mit Sprache bei. Wie schon der Ausstellungstitel, eröffnen auch die Namen der einzelnen Arbeiten ungewöhnliche Assoziationen.

Etwa, wenn er das Bild einer Mini-Arche auf hoher See "Treibhäuschen" nennt oder in einer anderen Arbeit "Föhnix aus der Arche" steigen lässt. Eigene Gedanken dazu sind unbedingt erwünscht, so Rehlinghaus, denn jedem Bild steckt eine Erzählung.

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