Bürger gründen „Verein zur Erhaltung des GartenstadtcharaktersWevelinghoven“.

Grevenbroich. Wird die Gartenstadt Wevelinghoven zubetoniert? Das jedenfalls befürchtet eine Gruppe von Wevelinghovener Bürgern, die sich um ein geplantes Bauvorhaben sorgen. Es geht um eine Seniorenresidenz, die entlang der Könengasse, der Poststraße und der Unterstraße errichtet werden soll. Nach Plänen des Dormagener Architekturbüros Reimer sollen dort auf vier Geschossen 26 Wohnungen samt Tiefgarage untergebracht werden, die Fassadenlänge soll 60Meter betragen.

Ein ordentlicher Brocken also. Und der störe das Ortsbild empfindlich, kritisiert Karl Hussmann. "Der klotzige Charakter passt nicht in die Bebauung", so das Urteil des Gartenstädters, der vor einem Monat mit anderen Betroffenen den "Verein zur Erhaltung des Gartenstadtcharakters Wevelinghoven" gegründet hat. Schon im September hatten die Anwohner 135 Unterschriften gegen das Projekt im Rathaus eingereicht. Vor der Planungsausschuss-Sitzung am Dienstagabend demonstrierten Hussmann und etwa zehn andere Mitglieder vor dem Bernardussaal.

Die Aktivisten fordern eine Begrenzung auf zwei Geschosse

Unter den Protestlern war auch Dorothee Gassen, Vorsitzende des Vereins und Anwohnerin der Unterstraße. "Unser Haus ist 200 Jahre alt. Die neueren Bauten rundherum haben sich alle ohne Probleme dem Ortsbild angepasst, etwa durch den konsequenten Bau von Giebeldächern", schildert sie die Wohnsituation. "Der neue Klotz mit seinem Flachdach würde alles zerstören." Die Aktivisten fordern deshalb eine Begrenzung auf zwei Geschosse.

Im Begriff "Seniorenresidenz" sieht Gassen lediglich eine Verkaufsstrategie. Ihrer Meinung nach handele es sich um Eigentumswohnungen, die jeder erwerben könne. Wie ihre Vereinskollegen betrachtet sie das Bauvorhaben deshalb als reines Investitionsprojekt. "Wenn dieses Vorhaben genehmigt wird, folgen womöglich weitere Investoren und ziehen ähnlich unpassende Bauten hier hoch", meint sie.

Bisher hätten Vertreter aller Parteien und Bürgermeisterin Ursula Kwasny in Gesprächen Verständnis für die Bedenken der Wevelinghovener gezeigt - nur eben nicht gehandelt. Im August habe der Planungsausschuss grünes Licht für das Projekt gegeben. Noch aber sei "der Wahnsinn zu stoppen", wie es die Wevelinghovener formulieren. Sie wollen jetzt die Politiker in die Pflicht nehmen. "Denn nur so hätten sie die Möglichkeit, Größe und Gestaltung des Gebäudes zu bestimmen", erläutert Gassen.

Am Samstag, 6. Februar, um 11 Uhr lädt der Verein zur Ortsbesichtigung an die Könengasse ein.

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